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Vermischtes zum Abspeichern und Datenbevorraten

1. Was bedeutet eigentlich NS?  Gegen die Buchstabenkombination NS, als Kürzel eingesetzt,  hege ich seit je her ein gewisses Misstrauen.
  • Noch vergleichsweise harmlos wird sie bei Geldgeschäften verwandt, ein vom Aussteller unterzeichneter Wechsel wird mit NS für "nach Sicht" beschriftet, spätestens dann muss derjenige sich klar sein, dass es später teuer werden kann.
  • Etwas eklig finde ich die unter dementsprechend Interessierten verbreitete Sexualpraxis "Natursekt", die sich, ebenfalls zu NS verschlüsselt, in Kontaktanzeigen für dementsprechend Interessierte wiederfindet.  
  • Weitaus widerwärtiger allerdings ist das NS, wenn es die beiden Begriffe "national" und "sozialistisch" knackig zu zwei kurzen Silben verkürzt, die man dann vor jeder Menge Dreck platziert, von NSDAP über NS-Rockerbanden bis hin zu dem aktuellen NSU-Prozess, bei dem die gezielten Tötungen von meist türkischgen Geschäftsleuten verhandelt werden. 
  • (In diesem Zusammenhang übrigens wirkt das anerkennende NS für "nice shot" bei Mehrspieler-Online-Ballerveranstaltungen einigermaßen befremdlich. Aber welcher vernünftige Mensch täte so was, außer vielleicht, um halbwegs elegant die Kurve zu Anglizis- und Amerikanismen zu nehmen, was hiermit geschieht:)
  • In den USA nämlich steht NS für die Nationale Sicherheit, gern – und inzwischen bekannt – auch mit dem A für Agency verbunden. Und dieser Drecksladen, der sich anmaßt, im Namen irgendeiner Sicherheit alles über jeden wissen zu wollen, ist mir momantan im Abstand am widerlichsten. Nicht dass ich den entsprechenden deutschen Organen mehr traute: dass unsere Politiik scheint im Moment zwar empört, aber wohl eher darüber, dass so etwas bekannt werden konnte.
Ich bin sauer, ja. Überrascht? Nein.

© Thies Thiessen 2013

2. Sollte ich also einen offenen Brief an die Bundeskanzlerin (oder Obama oder wen auch immer) schreiben?
Nein, das lohnt nicht. Was könnte in diesen Zeiten alberner sein, einen Brief extra als "offen" zu kennzeichnen. Alle Post ist offen, E-Mail so wieso, der klassische Brief auf Papier wird spätestens nach Einreise in die USA geöffnet und abfotografiert, eher er, wieder zugeklebt, an den Präsidenten weitergeleitet wird. Es reicht wahrscheinlich, einen kurze SMS an sich selbst zu schicken. Die kommt genauso sicher an.

3. Ich könnte ja anrufen...
"Zur Sicherung unserer Gesprächsqualiät werden vereinzelt Gespräche aufgezeichnet. Falls Sie das nicht wünschen, zeigen Sie uns das vor Gesprächsbeginn kurz an..."
Nur zu. Kommt doch eh nicht mehr drauf an. 

4. Wieso macht Ihr das, Ihr Amis, nachdem Ihr doch den ersten schwarzen Präsidenten unter dem Hoffnungsmotto "Yes we can" gewählt habt?

"Because we can." Ach so. Danke.

5. Wozu da noch Nachforschungsaufträge an die Deutsche Post? 
Stimmt, geht doch viel einfacher:  
Dear NSA, Three days ago, I should have got a letter from my uncle Horst-Dieter from Darmstadt. Inside, there was nice photography of my new born nice Jacqueline. Until today, I didn't get this letter. Could you please send me a copy of it. Thanks.

6. Wer schützt uns vorm Terrorschutz?
Hier habe ich vor Monaten in einer fiktiven Pressemeldung beschrieben, wie der meistgesuchte Terrorist der USA irgendwo in Norddeutschland von amerikanischen Truppen hingerichtet wurde.
Machen wir uns nichts vor: Die Machthabenden in den USA – die ich von den Regierenden bitteschön unterschieden wissen will – glauben wirklich, sie lebten in God's Own Country und der Gute Alte haben Ihnen das Recht verliehen, die Souveränität anderer Staaten oder gar Individuen im Eventuallfall komplett zu ignorieren. Dazu fällt mir nichts mehr ein.

7. Wieso fällt mir jetzt Karl Kraus ein?



Kreativwettbewerbe

Ich find's merkwürdig: Die Kreativen der kreativen Agenturen der ganzen kreativen Welt treffen sich alljährlich, monatlich, wöchentlich und allüberall, zeigen sich dann gegenseitig ihre Arbeiten und am Schluss kriegt wer einen Nagel oder einen Löwen oder anderes Zeug.

Vorher haben einige der Kreativen sich sogar noch Sachen ausgedacht, die nur dazu da sind, damit einen Nagel oder einen Löwen oder eine lockere Schraube zu gewinnen. Weil die Arbeiten aber nun mal veröffentlicht sein müssen, um bei dem Wettbewerb teilzunehmen, werden solche, eigens im Frankensteinlabor gezüchteten, Gold-Ideen als Anzeige im Mitteilungsblatt der Möllner Fleischerinnung geschaltet. Fertig.

Bzw. fast fertig. Denn aufwändigere, erklärungsbedürftigere Ideen müssen oft auch noch in einer kurzen filmischen Zusammenfassung, nun ja, zusammengefasst werden. Das kostet. Dann wird eine ordentliche Teilnahmegebühr fällig – und so wird mit viel Mühe Wind um Ecken geschaufelt.

Das ist in etwa so, als würden sich Playmates  – die sich extra dafür haben ganz doll operieren und optimieren lassen – gegenseitig ihre Centerfolds zeigen und die schönsten Möpse gewinnen.

Oder, wem der Vergleich zu frauenfeindlich erscheint: etwa so wie beim Schwanzvergleich pubertierender Internatszöglinge.

Gemeinsam ist diesen Wettbewerben auf jeden Fall, dass die Zielgruppe in diesem Fall völlig außen vor bleibt. Was ausgerechnet den Werbung treibenden und erdenkenden seit je vorgeworfen wird.

Ach was.
Wahrscheinlich bin ich bloß neidisch. 




Günter Grass sein neues Gedicht, so geschrieben, dass das jeder mal richtig verstehen tut.

"Was gesagt werden muss" ist dieser Text von Günter Grass überschrieben, den er selbst als Gedicht verstanden wissen will. Ich habe versucht ihn so zu übersetzen, das der Nobelpreisträger endlich auch an deutschen Stammtischen verstanden wird.


Für Großansicht bitte aufs Bild klicken. Links der Originaltext, rechts meine Übertragung.

Fundstück: Eine Lanze für Paolo Guerrero

© Thies Thiessen 2012

Nachdem dem HSV-Stürmer für sein Foul von allen Seiten drakonischste Strafen angedroht worden sind, wird es jetzt doch nur eine Sperre von acht Spielen – was viele viel zu milde finden.

Dabei war's doch im Vergleich alles halb so schlimm – wie diese Bilder eindrucksvoll zeigen.

© Thies Thiessen 2012

Ohne Worte

Ein ganz doll erstaunter* Innenminister im November 2011

24. Juli 2011: Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) sagte der "Bild am Sonntag", es gebe derzeit keine Hinweise auf rechtsterroristische Aktivitäten in Deutschland. "Unsere Sicherheitsbehörden beobachten auch die rechte Szene intensiv", versicherte er.

*Wobei wir noch froh sein müssen, wenn er auf dem rechten Auge blind ist. Schlimmer wäre die Pinicchionase...

Mein letztes Wort zu Loriot. (Versprochen!)

Mit spitzer Feder und liebevollem Blick durch die heitere Lupe spießte er er unsere menschlichen und allzumenschlichen Schwächen und schenkte uns sein Lächeln mit einer warmherzigen Träne im Knopfloch.
Wer erinnert sich nicht an den berühmten Sketch Das Eigenheim: "Niemand hat vor, eine Mauer zu bauen."  Wer kennt nicht Die Silvesterparty: "Ich bin ein Berliner." Oder die Humoreske Im Swingerclub: "Das Fleisch ist gut!" Gar nicht zu reden von Martin Luther in Nöten: "Ich habe einen Traum."
Wer also könnte nicht Sätze, ja, ganze Passagen dieser unsterblichen Szenen aus dem Stegreif zitieren. Und vor allem, wer täte es nicht? Leider niemand. Und so werden wir wohl noch auf Jahre und Jahrzehnte unter dieser besonders penetranten Form von Partyunterhaltung leiden.
Trotzdem danke, Loriot.

Die vier schönsten Anekdoten über Loriot (†), z.T. von ihm selbst erzählt

Es gibt so viele heitere und anrührende Geschichten aus dem Leben des wohl größten deutschen Humoristen aller Zeiten – keiner kann sie alle kennen. Doch wer geduldig googelt, entdeckt manche komische Kostbarkeit, die das Licht größerer Öffentlichkeit verdient. Die vier schönsten dieser Histörchen über den liebenswerten Dahingegangenen habe ich hier für alle Loriot-Bewunderer unter meinen Lesern zusammengetragen.
Viel Freude damit:

Er war ein penibler Pedant, ein Mix aus seinem Opa Hoppenstedt und Buster Keaton: Eine Szene in „Pappa ante portas“ ließ er 34-mal wiederholen! 
(Zitiert aus "Körzdörfers Nachruf" in Bild.de)

34 Mal, so heißt es, hat Loriot Evelyn Hamann beim Dreh seines Films "Pappa ante portas" durch einen Hundehaufen laufen lassen - erst bei der letzten Aufnahme habe es beiläufig und wahrhaftig genug ausgesehen. 
(Zitiert nach Jan Feddersen auf Spiegel online)

34-mal ließ der Perfektionist Evelyn Hamann in einer Szene für "Pappa ante Portas" wie beiläufig in einen Hundehaufen treten, bis es ihm beiläufig genug aussah. Ein weiterer Film, bekannte Loriot, hätte ihn gelangweilt.  
(Zitiert nach Stephan Kuzmany auf Spiegel online)

Eine komplizierte Aufnahme ließ ich 34-mal wiederholen. Da ging es um nichts anderes, als dass Evelyn Hamann in "Pappa ante Portas" mit einer Freundin durch den Berliner Fasanenpark spaziert und sich über ihre Ehe beklagt. Sie muss auf die Kamera zugehen, ohne hinzusehen in ein Hundehäufchen treten und dabei weiterreden. Alles ganz beiläufig, das war die Schwierigkeit, und mit nur einer Kamera-Einstellung. Für den Fortgang des Films ist diese Szene nicht wichtig, man hätte sie streichen oder schneiden können... 
(Vom Meister selbst erzählt, gefunden bei Stern.de)

Warum die SPD in Hamburg gewinnen muss

Gucken wir mal eben zurück auf die schwarz-grüne Koalition.
Keine ruhige Minute:
Schulreformabstimmung, HSH-Nordbank-Ausschüsse ohne Ende (und ohne Ergebnis), die tägliche  Preiserhöhung bei der Elbphilharmonie, Nonnenmacher, eine aufgeregt-herrische Schulsenatorin, das Nichtverhindern einer CO2-Schleuder, Schlaglochorgien, immer noch Nonnenmacher, der plötzliche Rücktritt des Stadtfürsten und die Ablösung durch den Statthalter samt FiLa nebst Hofberichterstattung in der Bunten, wieder Nonnenmacher, ein Finanzsenator, an den die Staatsnwaltschft da mal ein paar Fragen hätte – die Auswahl ist unvollständig und willkürlich. Auf jeden ist das genug Stoff, um jden Hamburger Stammtisch zum Brodeln zu bringen... nicht, dass wer aufstände, höchstens, um das Bier zum Clo zu tragen.
Was ich sagen will: Die Hamburger sehnen sich nach Ruhe.
Am liebsten würden sie sich – zumindest ich denke öfter klammheimlich so – gerne mal so richtig gepflegt langweilen. Vier weitestgehend ereignislose Jahre, das wär's doch. Oder?

Am besten und konseqeuntesten hat die SPD diese Erkenntnis umgesetzt.

Danke, lieber nüchtern-fader Olaf Scholz. Wobei ich nicht glaube, dass Du dieses Vesprechen hältst.

Freddy Quinn & Michael Naumann: "Wir"

Gegen Ende der Sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts sang der österreichische Seemann Freddy Quinn ein Lied, mit dem er – als hätte es die BILD nicht gegeben – all denen eine Stimme gab , die genug hatten von protestierenden, randalierenden Jugendlichen, die sich gestört fühlten durch die ständige Fragerei an die Elterngeneration, was sie eigentlich von 1933 bis 1945 so getrieben hatte. Mit flottem Beat wurden hier so ziemlich sämtliche Vorurteile heruntermarschiert, die beispielsweise auch in meinem Elternhaus gepflegt wurden  – obwohl das durchaus mit der Gnade der späten Geburt versehen war.  Der Song ging so:
Wer will nicht mit Gammlern verwechselt werden? WIR!
Wer sorgt sich um den Frieden auf Erden? WIR!
Ihr lungert herum in Parks und in Gassen,
wer kann eure sinnlose Faulheit nicht fassen? WIR! WIR! WIR!


Wer hat den Mut, für euch sich zu schämen? WIR!
Wer läßt sich unsere Zukunft nicht nehmen?WIR!
Wer sieht euch alte Kirchen beschmieren,
und muß vor euch jede Achtung verlieren? WIR! WIR! WIR!


Denn jemand muß da sein, der nicht nur vernichtet,
der uns unseren Glauben erhält,
der lernt, der sich bildet, sein Pensum verrichtet,
zum Aufbau der morgigen Welt.


Die Welt von Morgen sind bereits heute WIR!
Wer bleibt nichtewig die lautstarke Meute? WIR!
Wer sagt sogar, daß Arbeit nur schändet,
so gelangweilt, so maßlos geblendet? IHR! IHR! IHR!


Wer will nochmal mit euch offen sprechen? WIR!
Wer hat natürlich auch seine Schwächen? WIR!
Wer hat sogar so ähnliche Maschen,
auch lange Haare, nur sind sie gewaschen? WIR! WIR! WIR!


Auch wir sind für Härte,
auch wir tragen Bärte,
auch wir geh´n oft viel zu weit.
Doch manchmal in guten, in stillen Minuten,
da tut uns verschiedenes leid.


Wer hat noch nicht die Hoffnung verloren? WIR!
Und dankt noch denen, die uns geboren? WIR!
Doch wer will weiter nur protestieren,
bis nichts mehr da ist zum protestieren? IHR! IHR! IHR!
Heute lese ich auf dem iPad die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift "Cicero", die eingeleitet wird durch ein Vidio Video Videtorial – doch, die nennen das wirklich so – von Chefredakteur Michael Naumann, der hier unter anderem über die Titelgeschichte "Vorbild Deutschland" spricht:
Wir sind eine Nation, die gerne jammert. Das tun wir schon seit Jahrhunderten. Woran das liegt? Nun, wir haben uns selber nicht immer richtig benommen, auch untereinander nicht, aber das ist eine Art leitkultureller Eigenschaft von uns geworden – uns schlechter zu machen, als wir sind. Wir zeigen in diesem Heft, worin wir wirklich gut sind. 
So geht der Quatsch noch gut drei Minuten weiter, entscheidend scheint mir bei dem ausgewählten Zitat, dass Michael Naumann und Freddy Quinn Brüder im Geiste sind. Hier nochmal die Ausschnitte, die das belegen.  
Michi sagt:  
...wir haben uns selber nicht immer richtig benommen,...
Freddy singt:  
...wir geh´n oft viel zu weit....
Aber es gibt eben doch Unterschiede.
Freddy nämlich bedauert noch das Geschehene:
Doch manchmal in guten, in stillen Minuten,
da tut uns verschiedenes leid.
Während Michi einfach nur stolz ist:
Wir zeigen in diesem Heft, worin wir wirklich gut sind.
Na dann. Ist ja auch lange genug her. Muss ja auch mal Schluss sein mit der Vergangenheitsbewältigung. Und ob das nun wirklich sechs Millionen waren, die da (um mit Freddy zu sprechen) "verschieden" sind, da kann man ja auch drüber streiten...

Lanzarote, Volksdorf, Poppenbüttel: Mallorca ist überall.

Vor 12 Jahren, während unsrer Hochzeitsreise nach Lanzarote, machten meie Frau und ich erstmals Bekanntschaft mit einem Phänomen, das wir bis dahin nur aus der Presse kannten: In diversen Artikeln wurde immer mal weider darüber berichtet, dass es auf Mallorca und vergleichbaren Ferieninseln einen stets während der Hochsaison aneu aufflammenden Krieg zwischen Engländren und Deutschen gäbe. Zweck war dabei die Eroberung von Sonnenliegen möglichst nah an Pool oder Strand, Waffe waren die Hotelbadelaken, die von den kriegführenden Parteien oft zu noch nachtschlafender Zeit auf die Liegen gebreitet wurden, als unübersehbare Signal: Diese Liege ist meine!
Dann kam der Feind, warf das Laken des Gegners in den Pool und breitete sein eigenes aus und so weiter und so albern. Klar, dass die Scharmützel ausgerechnet zwischen Engländren und Deutschen besonders erbittert ausgetragen wurden, fanden hier doch die Schande des 8. Mai 1945 und die Schmach von Wembley 1966 ihre – wie historisch üblich – immer lächerlicher werdende Fortsetzung.
Wie eingeleitet: vor etwa 12 Jahren durften wir erstmals Augenzeugen von so was sein.

Was nicht heißt, dass so was nicht noch dümmer und dreister ginge:
Wer an einem Samstag Abend ins (ansonsten sehr empfehlenswerte) Koralle-Kino in Hamburg-Volksdorf gehen will, erlebt etwas Glück eine hübsch doofe Variante des Handtuch-Generves. Im gleichen Gebäude befindet sichg nämlich auch ein Lokal. Und so kann es schon mal vorkommen, dass eine halbe Sitzreihe im gut gefüllten Kinosaal mit demonstrativ ausgebreiteten Mänteln "reserviert" ist. Die Werbung läuft, der Film beginnt und nun kommen gutgelaunt und gerna uach leicht angeschickert die Mantelbesitzer reingelärmt, die sich eben vorher noch ein Weinchen gegönnt haben, so ein netter Abend, ne? Wenn man Pech hat, sind's Frauencliquen, die nun auch ungehemmt weiterplaudern, während wir langweiligen Spießer gern etwas von den Dialogen des Films verstehen würden.

Schön auch der just verstrichene Heilige Abend. Als wir zu unserem alljährlichen Kirchgang in die Marktkirche Poppenbüttel kamen, waren alle anderen schon da. Nicht, dass wir zu spät gewesen wären, es war noch gut eine halbe Stunde bis zum Orgelvorspiel. Da vorne rechts, da waren sogar noch drei freie Plätze. Hin! Pustekuchen. Eine alte Dame hatte sich rechts in die Reihe platziert und ihre Gehhilfe (vulgo: Krücke) längs über die drei Sitze neben sich gepackt. Gerade rechtzeitig zum ersten Gebet drängelten sich dann auch ihre Verwandten rein. Wir hatten uns übrigens für die meist kalte Kirche extra dick angezogen und kriegten immerhin noch einen Platz auf dem Armesünderbänklein direkt an den Heizkörpern. Weihnachtliche Wärme gewann für uns so vollkommen neue Bedeutung. 

Da denkt man, man hat alles gesehen, dann lernt man schon wieder dazu. Will man eigentlich aber gar nicht.

Dor is miene Heiiimat, dor bün ick to Huus.


Waren ja ganz normale Leute, die da wohnten, nachdem das "Land der Nordsee abgerungen" war. (Originalfloskel)
Und dass der Kreisbauernführer darauf geachtet hat, dass alle Siedler aus Dithmarschen kommen (Dithmarsiernachweis?), macht das Ganze auch schon wieder halb so schlimm.
Stimmt ja auch: Tatsächlich wurden Juden hier nicht verfolgt – weil's da eh keine gab.
So bewältigt eben jeder seine eigene Vergangenheit... 

Tatsächlich kenne ich beide Herren von ganzganzfrüher, der andere ist ein ganz normaler Probst.


(Das Video kommt übrigens von hier, danke für den Tipp an Christian Heuck.)

Fundierte politische Analyse

Hajdukgoetschvonbeust. Wenn sie wenigstens gut aussähen. Aber auch mit ganz viel Mühe werden einfach keine Obamas draus.

Ganz im Gegenteil, und allmählich wünsch ich mir, dass Karl Lagerfeld mal ein Machtwort spricht und die drei schon wegen Unansehnlichkeit zum Rücktritt nötigt.

Schreibs'mir das auf'n Deckel, Angela?

  1. Vor einigen Jahren finanzierten wir einen Teil des Kaufpreises unserer Wohnung mit Hilfe der KfW.
  2. Steigende Energiepreise, steigende Steuern, unters Erträgliche sinkende Umsätze und schließlich besonders für Selbständige fatale Erkrankungen brachten uns zeitweise in ernste Schwierigkeiten, auch und gerade die Rückzahlung des o.g. Kredits war wenigstens gefährdet.
  3. Momentan geht's.
So sieht das aus.
Was ich jetzt wissen will:
  1. Wenn wir – meine Familie und ich – versprechen, das letzte Geld, das wir nicht haben, unwiderruflich, spurlos und schnell zu versenken, ist die KfW dann so nett, uns mal eben einen größeren Betrag zu überweisen?
  2. Übernimmt der Bund zusätzlich evtl. eine Bürgschaft, um uns zu stützen?
  3. Oder geht das nur, wenn wir auch wirklich vollkommen eigennützig gehandelt haben, dabei möglichst vielen Leuten erheblich geschadet haben und schließlich an unserer desolaten Siuation eindeutig selbst schuld sind?

Mach's mir noch ma'n Lütt und Lütt, Angela?