Total verfilmt

Auch schon vor dem Streik der Hollywood-Autoren hat es eine ganze Reihe von Spielfilmen gegeben, die weniger durch ein gutes Drehbuch als durch eine hervorragende Maske und ordentliche Prügel-und-Schieß-Choreographie überzeugten. Und viele dieser Produktionen sind durch Konsolen oder PC-Spiele "inspiriert": Resident Evil, Lara Croft, Doom, Hitman sind nur einige Beispiele.
Die neueste Produktion in dieser Reihe kommt aus Deutschland, genauer aus den Studios Babelsberg: "Frustration" ist der englische Arbeitstitel der für den internationalen Markt gedrehten Produktion, gedreht unter der Regie von Uwe Boll.
"Die Hölle, das sind die anderen." Dieses Zitat von Sartre hat der renommierte Regisseur und Produzent dem Film vorangestellt, und er illustriert es mit aufwändigen Effekten und in ungewöhnlichen Bildern.
Erzählt wird die Geschichte von vier Figuren, die sich, in unförmige schwarze Trikots gezwängt, auf einem eng begrenzten Feld wiederfinden, ohne genau zu wissen, warum. Erst nach und nach erfahren sie, dass sie jeder einem genau festgelegten Weg folgen müssen, um nach Hause zu kommen – bis hierhin ist eine gewisse Nähe zu "Cube" spürbar.


Der Schauplatz: Enge Grenzen und starre Regeln
als Auslöser sinnloser Gewalt.


Doch anders als in dem bekannten und beliebten Klaustrophobie-Thriller gibt es hier keine Fallen, statt dessen begegnen die Helden auf ihrem Weg anderen mit ähnlichem Ziel.


Szenenfoto: Im Vordergrund Till Schweiger und Christiane Paul

Es kommt zu blutigen Kämpfen und sie werden immer wieder aus dem Verkehr gezogen, von den anderen, nur scheinbar Glücklicheren brutal getreten, gestoßen und schwer verletzt – und immer wieder müssen sie ganz von vorn anfangen...

Der deutsche Titel voraussichtlich: Bleib Cool oder stirb.
Sollte der Film erfolgreich sein, womit die Uwe Boll KG fest rechnet, liegen die Drehbücher für Malefiz, Memory und Monopoly, intern als The M-Trilogy bezeichnet, bereits versandfertig im Safe.

Kommentare:

Monsieur P. hat gesagt…

Das "Mikado"-Script von Ihnen wurde ja abgelehnt, soweit ich weiß, Herr Thiessen; warum eigentlich?

Mich erinnerte es beim Lesen zwar sehr an Filme von Jean Marie Straub oder Eric Rohmer, aber insgesamt war’s doch ein packender Stoff, der ohne viel Dialog in klaren Bildern daherkam.
Mit packenden Action-Szenen konnte er zwar nicht aufwarten, dafür aber mit langen ruhigen Fahrten, die zu der Enge, mit welcher die Protagonisten aufeinander zu liegen hatten, einen hübschen Kontrast bildeten.

Vielleicht war die das Treatment einleitende Forderung, dass alle Darsteller zuerst einmal "kräftig hungern" müssten (Sie sprachen von einem Gewicht der Darsteller, welches ca. 2o - 3o% unterhalb des Idealgewichts liegen müsse), doch ein wenig harsch.
"Da fiele doch z.B. Frau Ferres schon beim Vorsprechen für eine der Rollen durch", schoss es mir durch den Kopf, "und damit ist der Film bei den Produzenten doch schon von vornherein gestorben …"

Wie waren denn nun die Details, Herr Thiessen?

fragt
neugierigst
Monsieur P.

Thies hat gesagt…

@monsieur p.
Ach mon cher, erinnern Sie mich nicht an dieses Fiasko. Emmerich wollte das Script haben, aber auf eineinhalb Stunden-Standard kürzen.
Jetzt liegt es bei Lars von Trier – während der Schlöndorff dauern auf meinem Anrufbeantworter rumnervt. Dabei gefällt es mir schon lange nicht mehr. Ich arbeite an einem Neunteiler mit Jet Li: "Sudoku"
Drücken Sie mir die Daumen.