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Der Charakterdarstellerdarsteller

Fotograf: Bitte so hinstellen,
dass man das Logo gut erkennen kann.

TV Movie, das 14tägliche Fernsehflachblatt der Bauer-Verlagsgruppe, platziert in Ausgabe 16/2015 mitten ins Programm* eine ganze Seite mit einem sorgfältig bei Wikipedia recherchierten Loblied auf Samuel Finzi (?), offenbar einen großartigen Mann:
"Er ist einer der renommiertesten Charakterdarsteller (...) der auf der Bühne ebenso brilliert wie im TV oder auf der großen Kinoleinwand."
Und tatsächlich: Wer erinnert sich nicht seiner Kunst in der ZDF-Krimiserie "Flemming", der Rolle des Gerichtsmedizineres beim Kieler "Tatort" wer entsinnt sich nicht seines nuancierten Spiels in den legendären Komödien "Kokowäh" und "Kokowääh 2"?
(Ich. Ich erinnere mich nicht. Die Schweiger-Filme habe ich gern verpasst. Für "Flemming" im ZDF war ich damals, mit 55, zu jung, und beim Kieler Tatort ist mir der Gerichtsmediziner nicht weiter aufgefallen. Doch sei's drum:) TV Movie lässt schickt einen Reporter in die
"Toscana nahe Florenz. Mit einem landestypischen "buona sera" (dt. Guten Abend") begrüßt er uns.
Und dann wird knallhart nachgefragt:
"Herr Finzi, Sie kommen gerade von einer Testfahrt mit dem neuen SKODA Superb....
SAMUEL FINZI: Ja, ein wirklich tolles Auto. Ich fahre bereits das Vorgängermodell. Aber diese Limousine ist vom Design und dem Platzangebot her noch mal eine Steigerung."
Ja, und nachdem die Seite im Heft auf diese Weise finanziert ist, darf Herr Finzi auch noch ein bisschen über sich selbst erzählen (lassen).

Redakteur: Ist das nicht zu dick?
Chef: Das merkt keiner.

Da geht es um die neuen amerikanischen Serien und deren unkonventionelle Erzählweise und Besetzung, und auf die Frage, ob so was auch in Deutschland ginge, sagt Herr Finzi – genau nach Skript – etwas, das verdient, in die Überschrift aufgenommen zu werden – was dann auch passiert:
"...es gibt Redakteure, die sagen: das wird vom Zuschauer nicht verstanden. Alles muss bei uns erklärt werden. Dabei ist der Zuschauer nicht dumm."
Im Gegensatz wohl zum Leser von TV-Movie, von dem Finzi und der Redakteur offenbar vermuten, er würde die ein bisschen zusammenhanglose Erwähnung eines SKODA in diesem Interview nicht sofort als das identifizieren, was es ist: Schlechte Schleichwerbung.

Ein finziger Schritt für die Schauspielkunst,
ein großer Gewinn's Marketing.

Gut, dass der dumme Leser weiterliest, denn Finzi sagt noch, er hätte in seiner
"Jugend wahnsinnig viele Filme aus Frankreich, Italien und den USA gesehen mit Schauspielern wie Marcelleo Mastroianni, Michel Piccoli oder Marlon Brando. Die sind mir bis heute im Gedächtnis geblieben und beeinflussen meine Arbeit."

Leider war dieser Einfluss nicht stark genug: wenn man mit solchen Lehrmeistern Filme geguckt hat, sollte man doch  gelernt haben, dass ein schlechtes Skript auch auf den Darsteller zurückschlägt.

Nachdem ich schließlich alles Uninteressante über Finzi, SKODA  und Serien erfahren habe, unterzeichnet ein Jörg Ebach den Artikel und fährt wieder nach Haus in die Redaktion. Und ich bin fast ein bisschen stolz, dass ich kein Journalist geworden bin, sondern einfach ein ehrlicher Werbetexter.




*Schon diese Platzierung macht stutzig: Hier gilt nämlich wie im TV, dass das Programm hin und wieder durch Werbung unterbrochen wird. 

Esoterik im Getreide...

Einige sind sicher: Außerirdische wollten den Erdenbürgern ihre Liebe zeigen. Kornkreise in norddeutschen Feldern ziehen Esoterikanhänger aus dem gesamten deutschsprachigen Raum an. Tausende sind seit Bekanntwerden der Gebilde vor einer Woche über die A7 in den Norden gepilgert, um das aus einer merkwürdigen Kreisform bestehende Ornament mit einem Durchmesser von rund 1,75 Metern zu bestaunen.

"Sie sangen, tanzten, spielten Gitarre, schwangen Pendel und haben im Feld übernachtet", berichtete eine Anwohnerin der "Marner Zeitung". Für viele Besucher steht fest, dass der Kornkreis nicht auf natürliche Weise entstanden ist. Nachdem Ballonfahrer die Gebilde vorige Woche entdeckt hatten, verbreitete sich die Botschaft über Internetforen wie ein Lauffeuer. Kornkreis-Interessierte haben inzwischen sogar einen eigenen kleinen Forschungszweig gegründet. Sie erkunden die Phänomene im Rahmen der Cerealogie oder Kornkreiskunde.

Gruslig bei der Google-Suche:
Sie sind schon über-überall.

Zeichen der Liebe oder Studentenscherz

Eine Anhängerin der Theorie, wonach Kornkreise von Außerirdischen geformt werden, sagte der Zeitung: "Das ist eine Technologie, die wir noch nicht beherrschen, sie wollen uns zeigen: Wir sind da, wir lieben euch." Andere Besucher halten es für keinen Zufall, dass manche Kornkreise nur wenige Hundert Meter von den Windürmen entfernt sind, die seit einigen Jahren wie durch Zauberhand aus dem sonst so platten Land emporsprossen.

Landwirt Karheinz "Kalli" von Horsten, dem eines der betroffenen Weizenfelder gehört, versicherte, dass er den Kornkreis nicht angelegt habe. Von ihm stammten lediglich die üblichen Fahrgassen zur Bewirtschaftung des Feldes. Huttner vermutet, dass Studenten das Gebilde in den Acker geschnitten haben könnten. "Das ist sehr schwierig und wirklich gut gemacht", sagte er. "Ich weiß nicht, wie die das angestellt haben. Man sieht nichts, keine Reifenspuren, überhaupt nichts."

Auch den Besuchern des Kornkreises stellt von Horsten ein gutes Zeugnis aus. "Die Leute sind sehr anständig und ziehen ihre Schuhe aus, bevor sie ins Feld gehen." Sie hätten sogar Sammelbüchsen aufgestellt, um den Flurschaden, der ihm entsteht, zu ersetzen. "Der Schaden beträgt lediglich einige Hundert Euro", erläuterte der Landwirt, " und im Winter nehmen wir das Zeug soweiso als Streu für die die Schwarzbunten, wenn wir herausgefunden habne, wie wir's in die Scheune kriegen." 



Frei variiert nach einem Artikel in SpiegelOnline, angeregt von Barbara Nordeck. (Danke Babo.)

Danke, Staatsschutz! Danke, danke, danke!

Ich nehme hiermit alle Beschimpfungen und jegliche Kritik zurück, die ich bis vor Kurzem an den Maßnahmen der NSA, auch an den Ausflüchten von Herrn Friedrich und schließlich auch am alternativlosen Schweigen von Frau Merkel geäußert habe.
Ich war einfach schlecht und durch vor allem miesepetrige Medien informiert. Nicht einmal die Tatsache, dass allein in Deutschland fünf oder sieben oder jede Menge Terrorakte verhindert werden konnten, weil die NSA schneller und schlauer war, konnte mich davon überzeugen, dass das Ausspähen von Daten, das Mitlesen aller Informationen im Netz und sonstwo in Ordnung gehen könnte.

Bis heute früh.

Heute früh nämlich machte ich eine persönlich Erfahrung, die einer Epiphanie gleichkommt.
Und davon will ich hier und jetzt berichten: Ich stand gerade auf der zweitobersten Stufe unserer Trittleiter, am offenen Fenster, um eine Glühlampe im Kinderzimmer auszuwechseln. In dem Moment, als ich mich anschickte, den letzten, entscheidenden Schritt auf die oberste Sprosse zu tun, da barst mit einem Krachen unsere Haustür aus den Angeln, schwere Stiefelschritte krachten die Treppe hinauf und zwei Männer mit Helmen und Schutzanzügen stürmten ins Zimmer, schreiend: "Herr Thiessen, Obacht!"
Und tatsächlich, beinah wäre ich daneben getreten und unweigerlich gestürzt.
Während nun einer der beiden Herren an meiner Stelle die neue Birne reindrehte, erklärte mir der andere, Dank verschiedener von mir im Netz verstreuter Informationen wüsste man staatlicherseits, dass ich a) nicht ganz schwindelfrei bin und b) mein dreidimesionales Sehen durch mein schwaches rechten Auge gestört ist.
Und da habe man, zum Schutz eines Bürgers, natürlich eingreifen müssen.

Deshalb tue ich hiermit Abbitte. Sonst hätte ja werweißwas passieren können.

Allerdings werde ich schon noch überprüfen, wie effizient die Behörden wirklich sind:
Heute abend ab 18 Uhr lass ich das Bügeleisen auf voller Stufe auf dem Brett stehen.
Wisster Bescheid?

Urheberrecht: Obstbauern verklagen Computerkonzern

(Jork/Eigener Bericht) Erbost und auch angeregt durch den Urheberrechtsstreit zwischen den mit dem Unternehmen Apple und Samsung, in dessen Verlauf dem iPhone-Hersteller aktuell 1,05 Millarden Dollar zugesprochen wurden, klagt jetzt der Obstanbauerverband im Alten Land / Niedersachsen gegen den Konzern aus Cupertino.

Ähnlichkiet: Verblüffend, aber auch verdächtig?

Wie Pressesprecher Heinz Wöhlert in einer improvisierten Konferenz im Festsaal der "Alten Traube" in  Jork sagte, habe man sich nach sorgfältigen Überlegungen zu diesem Schritt entschlossen: "Wir haben uns das jetzt lange genug angeguckt. Die Herren in Kalifornien haben ihr Logo und sogar den Namen von uns geklaut, und nur, weil wir so lange stillgehalten haben, werden die demnächst wohl uns vor den Kadi zerren. 

iPad, ca. 2010;  Schiefertafel, ca. 1959
Wahrscheinlich glauben sie, wenn sie mit ihrer elektronischen Schiefertafel durchkommen, klappt das auch bei uns. Aber so nicht, meine Herren! Da schieben wir jetzt einen Riegel vor!" Zum Streitwert äußete sich Wöhlert nur mit "Kein Kommentar."

ACHTUNG: Sportgroßveranstaltungen gefährden die Demokratie.

Demnächst kommt das neue Meldegesetz also, oder vielleicht auch nicht, weil: jetzt will's ja plötzlich keiner gewesen sein. (war ja auch kaum wer da, im Bundestag, meine ich.) Wenn's denn kommt, müssen wir jedenfalls demnächst dezidiert widersprechen, wenn wir nicht wollen, dass die Behörden unsere Daten zur weiteren Verwendung und Gewinnmaximierung an Unternehmen verkaufen. Und falls wir schon irgendwo mal unsere Daten überlassen haben – und wer hat das nicht? – gilt der Widerspruch auch schon mal ganz und gar nicht.

Heiteres Detail: Im Bundestag war kaum wer da, als in nur knapp einer Minute über das neue Meldegesetz abgestimmt wurde. Es lief gerade das EM-Spiel Duetschland-Italien.

Und was lernen wir daraus? Ich sag mal so:

Wer plant, eine Art Ermächtigungsgesetz zu beschließen (oder auch nur die bereits bestehenden Notstandsgesetze in Kraft zu setzen), sollte während des Tenniswettbewerbs in Wimbledon, der olympischen Spiele oder in zwei Jahren bei der WM darüber abstimmen lassen.
Deshalb, jetzt versteh ich's, hasste Churchill Sport.

Diesen Pitch hab ich verpasst. Um 85 Jahre.

In der Zeitschrift Gebrauchsgraphik, vierter Jahrgang, Heft 7, fand ich die abgebildete Einladung zum  Ideenwettbewerb. Mal abgesehen von der unfreiwilligen Komik bestimmter Begriffe – wie "Kopfarbeiter" oder auch  "Reichsmilchausschuss" – die verdankt sich ja schlicht der Tatsache, dass die Ausschreibung eben aus dem Jahr 1927 stammt.

Für Großansicht aufs Bild klicken. (Es lohnt sich.)

Aber das Briefing ist okay. Es ist ein halboffener Wettbewerb für Reklamefachleute, und es werden Preise von insgesamt 7000 Reichsmark für die Überlassung der Rechte ausgelobt. (Was eine Menge Geld ist zu einer Zeit, in der der durchschnittliche Monatslohn bei unter 100 RM liegt.)
Worauf ich aber besonders hinaus will: Wer hier teilnimmt, überlässt NICHT AUTOMATISCH alle Rechte, er behält sie bis zum ordentlich bezahlten Ankauf. Und das ist ja heute eher ungewöhnlich, wo sich  Facebookwettbewerbe nach dem Motton "Avanti Dilettanti" drängeln.

Das wollt ich nur mal loswerden.

Interessant und wichtig! Jetzt mitmachen!

Liebe Leser! In den letzten Monaten ist es mir, mithilfe sorgfältig recherchierter Enthüllungen, mit gezielt gestreuten Indiskretionen, mit meisterlichen Zeichnungen und feinst formulierter Sprachkrtitk gelungen, die Besucherzahl von 3.000 noch im Oktober 2011 auf 6.500* allein im vergangenen Monat zu treiben. Das war nicht immer einfach, aber es hat sich gelohnt.


Bzw. das soll sich jetzt endlich lohnen, weshalb ich nun, um das Niveau zu halten, folgende kleine Änderung ankündigen muss:
Gestiegene Blogkosten, in den letzten Monaten mehrfach erhöhte Posting-Gebühren und eine Reihe patziger Kommentare samt Beleidigungsklage einerseits, die allgemein angespannte orthografische Situation und eine zunehmend schwieriger werdende Grammatik andererseits zwingen mich dazu, diesen Blog ab sofort nur noch gegen Gebühren freizuschalten.
Falls Sie also weiter in diesem Blog lesen möchten, bitte ich Sie, Ihre Bankverbindung und eine allgemein gehaltene Abbuchungsermächtigung durchs Kommentarfenster hereinzureichen, im Anschluss wird Ihr Account sofort freigeschaltet. Für alle anderen werden alle Posts verschlüverjlkqc. Rerte wcjucca, Gkuze rkcbi liliv kjkjkc löläc Fkblo. Wä aän a ämä  Qilkq. Lcv!

Verkehrsfunk als Hörbuch

Eben komm ich von einer kleinen Autofahrt durch die Stadt wieder nach Haus. Während dieser Fahrt lief im Autoradio der – von wemauchimmer voreingestellte – Sender Radio Hamburg, und das gab's dann die wie üblich wunderbar oberflächlichen "Radiohamburgnachrichtenjournal", davor beglückten mich z.T. extrem dämliche Funkspots (unter anderem mit einem migräneauslösenden Jingle ausgerechnet für das Schmerzmittel Neuralgin mit Lysin und Ibuprofen – wieso merk ich mir so was?), ja, und zwischendurch gab's dann immer mal wieder die Verkehrsmeldungen.
Die kommen bei Radio Hamburg ja immer von irgendeinem "Dodenhof-oder-Möbelkraft-oder-so Verkehrstower" und die hör ich wirklich gern.

Wieso? Das will ich gern verraten.

Weil sie – zumindest bei mir – auf wunderbar ökonomische Weise die Phantasie beflügeln. Mir geht es nämlich so: Wenn eine Beschreibung oder Bezeichnung eher ungenau ist und mir eben eher einen Oberbegriff oder Gattungsnamen verrät als konkret Fassbares, dann entwickle ich eben meine eigene Vorstellung und manchmal verstehe ich dann mehr, aber meistens weniger. Dann muss ich lachen. Ja, und ich lache gern.

Beispiele? Bitte: 
"...auf der A7 Richtung Norden, Höhe Bahrenfeld, liegen Metallteile auf der Fahrbahn."  
Die Ortsangabe ist genau. Aber sonst: Was soll das heißen?
  • Ist da einem Büroartikelvertreter ein Päckchen Büroklammern aus dem offenen Hinterfenster (Fahrerseite) geweht, die jetzt auf der linken Spur vor sich hinglänzen? 
  • Oder ist ein massiv eiserner Geldschrank von der Ladefläche eines Speditionsbetriebs auf die Straße geknallt und hat sich mit einer Ecke in den Teer gebohrt? Lauert dieser Safe jetzt in geduckter Haltung auf seine heranrasenden Opfer?
  • Hat die entnervte Multimillionärsgattin ihr Schmuckkästlein in hohem Bogen aus dem Cabrio gefeuert, weil Männe ihr auf der Shopping-Fahrt nach Düsseldorf gestanden hat, dass er pleite ist und den Schmuck versetzen will? Sollte ich also vielleicht hin und rechts ran fahren und einige Kilo Gold und aufsammeln – die ich mir wegen der Unfallgefahr im Übrigen mehr als schwer verdient hätte.
Soviel zu den "Metallteilen".
Ehrlich, das ist doch sehr allgemein. Aber genau das ist es ja.
"...Spanngurte..."
Ich weiß nicht, sind die aus Leder? haben die was mit Dominastudios zu tun? Und wie kommen die dann  auf die Atobahn?
"...Tiere..."
Ameisen? Hühner? Wombats? Blauwale?

Deswegen höre ich gern Verkehrsfunk. Und gäb's den als Hörbuch, auf CD oder zum Download, ich würd' ihn kaufen.

Aufruf zur Eigenverantwortung.

In Brunsbüttel steht ein Kernkraftwerk. Still.
In einer Art befestigtem Betonschuppen neben dem Meiler liegt noch eine gewisse Menge strahlender Substanzen herum, verpackt in große, gut wäremisolierte Dosen, die schick "Castor" heißen und eines Tages irgendwoanders hin kommen. Diese Substanzen nennt man auch Sondermüll, wohl weil sie eben, nun ja, etwas ganz ganz Besonders sind: Strahlend wie, meinetwegen, Peter Alexander in seinen besten Zeiten, heiß wie Pamela Anderson in ihren besten Zeiten, gefährlicher als Bond seit je her und immer. 


Vattenfall und ähnlich produzierenden Unternehmen hätten nun gern, dass die Kosten für den Transport und die Entsorgung bzw. Endlagerung diese Sondermülls von den Stromkunden getragen werden, was ja auch logisch ist, die haben ja schließlich um 1975 gedacht, dass 2000 die Lichter ausgehen, wenn keine Kernkaftwerke gebaut werden. Und? Was war? Nix war. Kernkraftwerke sind gebaut worden und die Lichter sind nicht ausgegangen. Da soll sich also jetzt keiner beklagen.
Da die Suche nach einer geeigneten Endlagerstätte sich offenbar noch etwas hinzieht – wahrscheinlich wird vorher sogar die Elbphilharmonie fertig, wenn auch teurer als Gorleben, hoppla! – zurück zum Thema: Da die Suche nach einer geeigneten Endlagerstätte sich offenbar noch etwas hinzieht, ist nun jeder mitverantwortliche Verbraucher – und sind wir das nicht alle? – gefordert, sich mit zu engagieren und seinen Teil der Last zu tragen, die im Übrigen bei ca. 17.000 Tonnen hochradioktiven Mülls liegt. Das entspricht ca. 42.500.000, also eben über 40 Millionen 400g-Dosen.

Serviervorschlag (rechts)

Das klingt nach viel, ist aber halb so wild, nämlich nur etwa eine kleine Konservendose auf je zwei Bundesbürger. Der Kram kommt dann in den Keller, neben die Marmelade oder unter die Treppe oder gleich zu den anderen Konserven – was übrigens auch Schädlinge zuverlässig abhält. Und wer das signalfarbene Design nicht mag, klebt halt ein anderes Etikett drauf. Z. B. "Tomaten".


Noch ist die Diskussion nicht abgeschlossen und wird deshalb in der kommenden Woche in allen Polittalkshows der ARD fortgesetzt, außer, es kommt was anderes (Finanzkrise, Autozündler, freilaufende Kühe) dazwischen.

Wo ist Gaddafi?

Topaktuell, superheiß! Das spannende libysche Wüstensuchspiel – Mitmachen und 1,7 Millionen Dollar gewinnen!

Zum besseren Suchen aufs Bild klicken.
UPDATE: BITTE NICHT MEHR TEILNEHMEN. Das Suchspiel ist abgeschlossen am 20.10.2011.

Immer wieder Tiger


Als kleiner Junge hatte ich eine Lieblingswerbung: "Pack den Tiger in den Tank" von Esso.
Die ging so:


Es gab sogar eine gesungene Version von Ralf Bendix, als Werbeschallplatte, gesungen auf die Melodie von "Pack die Badehose ein". Das mochte ich sehr.

Und natürlich freute ich mich, als ich, längst erwachsen, vor über 20 Jahren, für Esso Werbung machen durfte: Mit dem Tiger, diesmal jedoch einem echten. Den hat dann der damals und eigentlich nur unter Werbern berühmte Fotograf "Dietmar Henneka" fotografiert, so scharf, dass man die Haare hätte zählen können.


Als der Dieselkraftstoff mit irgendeinem gestanksabsenkenden Additiv versehen wurde, dichtete ich sogar einen Jingle (der im Fernsehen gespielt wurde), natürlich auf eine alte Schlagermelodie:
Das kommt der Nase zugute,
ich ahne und vermute,
es liegt was in der Luft,
der Esso Super Diesel Duft (etc...)
Zugegeben, albern. Aber eine durchaus gezielte Verbeugung vor dem staubigen Charme der 50er und 60er Jahre des 20. Jahrhunderts. Und es war schade, dass nicht z.B. Bully Buhlan den Jingle hatte singen können, der war nämlich um 1989 schon sieben Jahre tot.
Klar, das ich danach und später immer mal Kultgegenstände zu eben dem Esso-Tiger bemerkt und auch gleich behalten habe.


Der schönste Fund/Fang allerdings gelang mir um 1990, als die Agentur, in der ich damals arbeitete, den Keller auf- und ausräumte. Am Straßenrand des Neuen Walls in Hamburgs City stand tagelang und unbesucht ein Altkramcontainer, aus dem ich einen echten Traxler fischte, einen echten Siné und (Tusch!) eine original Bleistiftzeichnung zur Esso-Tiger-Cartoon-Kampagne. Glaubt Ihr nicht? Hier isse:


Kurz gesagt: Ich konnte mich von diesem Tier so schlecht lösen, dass ich vor einigen Jahren sogar noch mal versucht habe, auf eigene Rechnung eine Kampagnenidee anzubieten.


Eine klassische Texteride natürlich.War aber nix. Obwohl ich weit ins Marketing durchdrang, wurde die Idee schließlich doch verworfen, weil sie sich, wie man mir sagte, eben nur in deutschsprachigen Ländern hätte umsetzen lassen, und Esso wäre ja nun mal weltweit zentral geführt.

Hier endet die Geschichte mit Esso, aber nicht mit dem Tiger: Denn im vergangenen Jahr habe ich
für Isabel Garcia und die Plüschtierfirma Trudi die (schon an anderer Stelle mehrfach penetrant von mir erwähnten) Tiergeschichten geschrieben, und eine davon dreht sich um einen jungen – natürlich – Tiger, der sich eine anderes, bitte nicht gestreiftes Fell wünscht.


Ich hab sogar versucht, das zu illustrieren. war nicht so doll.


Also habe ich jemanden empfohlen, der sowas einfach netter kann.


Und plötzlich schließt sich der Kreis, bzw. beißt sich die Großkatze in den Schwanz.
Denn irgendwie ist dieser Tiger doch mindestens ebenso charmant wie sein Großvater aus der Esso-Reklame. Oder?


Und ich freu mich sowas von. Denn die Geschichte findet sich jetzt schon auf CD und in naher Zukunft auch in einem eigenen, kleinen Bilderbuch.
Ach, mein Tiger... (verträumtseufz)




P.S. Falls jetzt wer fragt, was ich denn für'n Sternzeichen bin... ...es könnte doch sein – neenee!
Im chinesischen Horoskop bin ich Hund. Ansonsten  Löwe, fast Jungfrau. Und ich glaube nicht an Horoskope: Löwen sind skeptisch, Jungfrauen misstrauisch.

P.P.S und UPDATE am 1.2.2012: Vor einigen Tagen telefonierte ich mit einer ehemaligen Kollegin, deren Vater zu Zeiten des Esso-Cartoon-Tigers, also vor etwa 50 jahren, a) bei der zuständigen Werbeagentur für Esso arbeitete und b) mit dem Zeichner Manfred Schmidt (Nick Knatterton) befreundet war.
Und nun, liebe Leser, ratet mal: wer hat den Esso Tiger an meiner Wohnzimmerwand wohl gezeichnet? Ge-nau!

Ha!

P.P.P.S. Die Bücher kommen fürs Erste nicht raus. Der Tiger war zwar rechtzeitig fertig, aber die andren Illustrationen viel zu spät.

P.P.P.P.S Den ganz oben abgebildeten Tiger mit der Rose habe ich eben (November 2013) beim Bummeln in einem Regal entdeckt. Er stammt aus der Werbung für bleifreies Esso Benzin, wohl so um 1990 herum. Meine Güte, haben wir damals einen albernen Quatsch verzapft! 

FDP-Übernahme unter Dach und Fach

(OriginalmeldungDie Übernahme der FDP durch die CDU ist unter Dach und Fach. Die CDU teilte am Freitag mit, die Mehrheit der freien FDP-Mitglieder hätte der CDU ihre Anteilsscheine angeboten. CDU-Partei-Chefin Angela Merkel zeigte sich erfreut darüber, dass „die Mehrheit der freien Mitglieder der FDP unser Übernahmeangebot angenommen hat“.

Die CDU ist bei der Übernahme der FDP am Ziel: Die Mehrheit der freien FDP-Mitglieder hat der größten deutschen Partei ihre Anteilsscheine angeboten. Wie die CDU am Freitag mitteilte, wurden ihr mindestens 21,48 Prozent der FDP-Aktien angedient. Da sie vorher bereits 29,95 Prozent an der FDP hielt, hat sie nun die Kapitalmehrheit erreicht. CDU-Chefin Angela Merkel zeigte sich erfreut, dass „die Mehrheit der freien Mitglieder der FDP unser Übernahmeangebot angenommen hat“. Die FDP soll nun wie geplant bis Jahresende eingegliedert werden.

Bis zur Freigabe durch die Kartellbehörden werde die CDU aber vorerst nur 49,95 Prozent an der FDP halten und weitere Programmaussagen bei einer anderen Partei – wahrscheinlich den Grünen – parken, hieß es. Rein rechnerisch kommt die CDU nach Abschluss des Übernahmeangebots gegenwärtig auf 51,43 Prozent des FDP-Kapitals. Das endgültige Ergebnis will der neue Mehrheitseigentümer am Montag veröffentlichen. Die nun genannten Zahlen spiegeln den Stand von Freitagvormittag wider.

Parteimitgliedern winkt Geld.

Die FDP-Mitglieder sollen in der ersten Dezemberwoche ausgezahlt werden. Die CDU hatte 25 Euro je Anteilsschein geboten. Mindestens 70 Prozent der freien Mitglieder hätten das Angebot angenommen, hieß es. Unter anderem dafür hat die CDU im Oktober eine Kapitalerhöhung abgeschlossen. Daneben will die Partei mit dem Stimmenzuwachs auch die schwieriger gewordenen Parlamentszugangsvorschriften (FünfProzenthürde) stemmen.

Letztlich spart die CDU mit der zügigen Übernahme des Lobbyistenverbands-Konzerns 1,7 Milliarden Euro. 2012 übernimmt die Partei die ausstehenden 39,5 Prozent der FDP-Mitgleidsausweise aus dem Besitz der Post. Nun aber zahlt der deutsche Branchenprimus den freien Aktionären nur den gesetzlichen Mindestpreis. Einige FDP-Mitglieder hatten die Summe als zu niedrig kritisiert; deshalb war fraglich, ob der CDU auf Anhieb die Mehrheitsübernahme gelingen würde.

Keine Änderung für Parteikunden

FDP-Chef Rösler sagte, dass CDU und FDP „zusammen die unangefochtene Nummer 1 im deutschen Parteienmarkt“ sein werden. Für die Wähler und Spender soll sich nichts ändern: Kontonummer und Bankleitzahl, das Filialnetz und die Marke FDP sollen erhalten bleiben. Früheren Angaben Merkels zufolge kommen beide Parteien zusammen künftig auf 24 Millionen Kunden.

Verspätete Fragen an das Völkerrecht

Böser Nachbar beim Fernsehen
 Vorweg die Pressemeldung:
Der meistgesuchte Terrorist der Welt, ist tot. US-Spezialkräfte haben ihn auf Befehl von Präsident Barack Obama in Norddeutschland getötet. Er soll bereits in der Elbmündung bestattet worden sein.
Washington - Der Drahtzieher diverser Terrorangriffe in den USA mit einigen 1000 Toten sei am Sonntag bei einer Kommandoaktion in Norddeutschland ums Leben gekommen, teilte US-Präsident Barack Obama mit. "Der Gerechtigkeit wurde Genüge getan."

Obama sagte, er habe den geheimen Einsatz der Spezialkräfte angeordnet. "Ein kleines Team von Amerikanern hat die Operation mit außergewöhnlichem Mut und Fähigkeiten ausgeführt", sagte Obama. Der Terrorchef sei auf einem Gelände in dem Hamburger Stadtteil Blankenese nach einem Schusswechsel getötet worden, anschließend hätten die US-Kräfte seine Leiche an sich genommen. "Kein Amerikaner ist zu Schaden gekommen", sagte Obama. Die Kommadoeinheit habe sich bemüht, zivile Opfer zu vermeiden. Erste Hinweise auf den Aufenthaltsort des Terroristen habe es im vergangenen August gegeben, erklärte Obama.
Mehr als zwei Jahrzehnte lang habe dieser Mann "Angriffe gegen unser Land und unsere Freunde und Verbündeten" geplant, sagt Obama. "Sein Tod markiert die bislang bedeutenste Errungenschaft in den Bemühungen unserer Nation, den Terror zu besiegen. Sein Tod markiert aber nicht das Ende unserer Bemühungen." Der Präsident warnte, dass weitere Angriffe vorbereiten würden. Daran gebe es "keinen Zweifel", sagte Obama. "Wir müssen und wir werden zu Hause und im Ausland wachsam bleiben."

Versteckt hinter hohen Mauern und Stacheldraht

Nach Angaben aus Regierungskreisen in Washington landete eine "kleine Einheit" in der Nacht zum Sonntag mit zwei Hubschraubern auf einem abgeschirmten Anwesen in Blankenese, rund 6 Kilometer nördlich der Hamburger Innenstadt. Etwa 40 Minuten dauerte die riskante Kommandoaktion, bei der der meistgesuchte Terrorist der Welt getötet wurde. Der TV-Sender CNN berichtete, dass er durch einen Kopfschuss gestorben sei.

Der Gründer und Chef des Terrornetzwerks verschanzte sich nach US-Angaben hinter hohen Mauern und Stacheldraht in einer Gründerzeitvilla.  Im Spätsommer 2010 habe es erste Hinweise darauf gegeben, dass er sich hier aufhalten könnte. Auf die Spur kamen die US-Geheimdienste ihm demnach über einen Pizzabringdienst, den sie bereits seit einiger Zeit überwachten. Bei der Kommandoaktion wurden neben dem Terroristen drei weitere Männer und eine Frau getötet. Bei den Männern habe es sich offenbar um einen seiner Söhne  sowie zwei Boten gehandelt. Die Frau sei erschossen worden, als einer der Männer hinter ihr in Deckung gegangen sei. Außerdem seien zwei weitere Frauen verletzt worden. "Das war ein besonders gefährlicher Einsatz", sagte ein ranghoher US-Vertreter, der namentlich nicht genannt werden wollte. Mehrere Frauen und Kinder hätten sich zum Zeitpunkt des Zugriffs in dem Anwesen befunden.
Die US-Spezialkräfte blieben unverletzt. Allerdings sei einer der beiden Helikopter wegen einer "mechanischen Panne" ausgefallen und deshalb zerstört worden, hieß es. Beim Rückzug habe die gesamte Einheit mit dem verbleibenden Hubschrauber ausgeflogen werden müssen - samt der Leiche des Terrorchefs, die durch einen DNA-Test identifiziert wurde. Die US-Regierung gab zunächst nicht bekannt, welche Spezialkräfte genau den Einsatz ausführten. Der TV-Sender ABC berichtete allerdings, es habe sich um rund 25 Soldaten der Eliteinheit Navy Seals gehandelt.
(zitiert/varriert nach Manager Magazin vom 2.5. 2011)

Und jetzt meine Fragen:
  • Wie würden Sie es finden, wenn gleich in Ihrer Nachbarschaft plötzlich eine kleine Anzahl ausländischer Truppen einmarschiert, mehrere Leute tötet und dann wieder geht. Würden Sie jubeln? Mal angenommen, Sie wären die Kanzlerin, würden Sie sich freuen?
  • Ich kenne mich ja nicht so aus, aber: Was sagt eigentlich das Völkerrecht?

"Alt werden ist nichts für Feiglinge"

Wahlweise Mae West, Zsa Zas Gabor oder auch Joachim Fuchsberger zugeschrieben, kriegt dieser Satz manchmal doch erschreckend gruselige Bestätigung. Zum Beispiel durch das Sortimemt des VMP "Versandhandels für Senioren", dessen "Katalog 2010" in einem Restaurant in Marne auslag.
Ein Beispiel gefällig?
Ich war dann auch gleich satt.

Unsere Homestory: Fernsehabend bei Obamas

Endlich Feierabend. War ein langer Tag.
Der Präsident freut sich auf einen gemütlichen Fernsehabend...
 
Halli, Hallo, Hillary.
Komm doch rum, lass uns zusammen ferngucken.
Moin, Mikey, altes Haus.
Schicke Jacke. Setzt Euch.

Uuiuii, ist das spannend.
Bin gespannt, wie ausgeht.




Ja, schade, die Staffel endet hier.
Aber da gibt's schon einen Spin-Off.
Seid Ihr dabei?

Vorsätzlich scheitern.

– "Klar: ich will mir ja das Rauchen abgewöhnen.
Aber an irgendwas muss man ja die Knaller anzünden."
– "Bei mir issas ganz ähnlich: Ich will mit dem Trinken aufhören,
aber ich brauch' die leeren Flaschen für die Raketen."


 

Grad fällt mir "Focus" ein.

Im Sommer nämlich gab es eine Titelgeschichte über Schulreformen, in der ein offenbar von der Drohung Gesamtschule schwer verängstigter Journalist schrieb. die Gymnasien sollten von den Reformern "geschliffen werden".
Der Schreiber hat offenbar humanistische Bildung, der geschleiften Sprache nach zu urteilen.