Stern-Redakteur auf Messers Holzweg.

Andreas Wolf, Redakteur beim Stern TV magazin, (der Fernsehprogrammbeilage zum Stern) durfte für die Ausgabe vom 10. August eine Titelgeschichte über den Schauspieler Gustav Peter Wöhler schreiben. Und dabei ist ihm die Mataphorik ein bißchen durcheinander geraten.
Denn die Aufzählung von Wöhlers vielfältigen und -seitigen Aktivitäten leitet er mit der folgenden Formulierung ein:
Es gibt nur wenige Schauspieler, die so viele Tauben auf dem Dach haben wie der Ostwestfale.
Was uns diese Worte sagen wollen? Es gibt eine ganze Reihe Journalisten, die jede Menge Triller unterm Pony haben – Andreas Horst schießt jedoch locker den Spatz in der Hand ab, und feuert dabei jede Menge Eisen, die dem Fass die Krone ins Gesicht schlagen, bis er bricht.
Meine Fresse, kauft Euch einen Lektor!!!!

Oll wie hier iss Redio Gaga...

Es ist nicht zum Aushalten:
1. Hitradio Antenne verkündet, man spiele die Megahits von Niedersachsen – also Danz op de Deel oder was? Ich wechsle die Frequenz und
2. Das neue Alsterradio erzählt mir, dass zwei Morgenarschlöcher (JC und eine fröhliche Frau) echt gute Laune machen, dann sprechen die beiden selbst und meine Laune wird echt schlecht. Also Frequenzwechsel und
3. Klassik Radio behauptet, der folgende Titel von Hans Zimmer (Klassik?) aus dem Soundtrack von Wasauchimmer sei wunderbar, und dann geht's los, und das Ganze ist nur der pure orchestrale (Klassik!) Hollywood-Schwulst. Also wechsle ich nochmal und
4. Radio Hamburg macht ein komisches Geräusch, nennt das Ganze den Hinhörer und wenn ich richtig rate, kann ich reich und vielleicht gar glücklich werden. Tatsächlich: Der On/Off-Button:
Es ist zum Ausschalten.

Radio sehen.

Morgen, am 11. August 2006 wird der Radiomoderator Lenny (oder Lennart, so genau hab ich dann doch nicht mehr hinhören wollen) sich beim Stadtfest in Vechta live aus 66 (in Worten sechsundsechzig) Metern "im freien Fall" irgendwo herabstürzen. Das hat er selbst superfröhlich aus dem Hitradio Antenne-Studio übers Autoradio in meine Ohren im freien Wortdurchfall (Fachterminus Logorrhoe) in meine Ohren gestürzt. Für alle, die nicht dabei sein können, hier mein Vorabprotokoll dieses typischen Radio-Events:
Aaaaaaaaaaaaaaaaaargh! Wow! Hillllfeee! Suuuper...
Und so weiter. Einziger Trost ist die alte RadiomoderaToren-Weisheit: Das versendet sich.

Kleiner Preis, was nun?

Ein einfallsloses Lied, inspiriert durch einfallslose Werbung plus einer oberflächlichen Betrachtung weiterer toller (im Sinn von "irre") Angebote:

"Kleine Preise!" Und die Kunden
Stehen Schlange auch für Stunden.

Große Größen, kleine Preise.
Große Marken, kleine Preise.

Kleine Preise, große Wirkung.

Kleine Preise, große Stärkung.
Großer Töffspaß, kleine Preise.
Großer Service, kleine Preise.
Kleine Preise für die Reise.
Reihenweise kleine Preise!

(Kleine Preise selbst für Kurden,
die bei Plus gesehen wurden.)
Kleine Preise, groß Verstopfung,
Kleine Preise bis Erschöpfung.
Kleine Preeise, große Gruppe.
Kleine Preise sind mir schnuppe.
Kleine Preise, große Spiele.
Kleine Preise bis ich schiele.
Groß und Größer preist ihr Preise
Immer auf die gleiche Weise.

Kleine Preise, Ihr seid Scheise.

Kapitel 17: „Im Schilderwald von Prius“

(...) „Zafira,“ flüsterte der alte Zauberer, „wer hat Dich in diese Lage gebracht?“ „Megane“ presste die Königin von Meriva ebenso leise zwischen ihren Zähnen hervor, „er und seine räudigen Kettenhunde Avensis, Antara und Movano haben mich in das Labyrinth von Lexus gelockt. Ich habe dann einen falschen Gang erwischt und...“
„Das ist teuflisch!“ knurrte der Magier und fuhr fort: "Sogar VelSatis, der geniale Konstrukteur hat sich in seinen 107 Abzweigungen mit ihren 1007 falschen Hinweisen verirrt und wird seither vermisst. Dabei wären er – und vielleicht noch sein Diener Twingo – die einzigen, die uns vielleicht helfen könnten." Nachdenklich runzelte Megane die Ohren. "Bei der heiligen Xsara, ich habe da eine Idee (...)

(Aus einem zeitgenössischen Fantasy-Roman)

Wer ist skr?

Die Hamburger Morgenpost berichtet am Montag, den 7. August über ein Eishockeyspiel vor sageundschreibe 300 (in Worten: dreihundert) Zuschauern, und ausgerechnet die Abwesenheit eines Spielers ist dem Autor skr ein Drittel des sowieso zu langen Artikels wert. Der erste Satz dieses letzten Absatzes lautet:
Wie angekündigt noch nicht zum Einsatz kam Neuzugang Cory Cross, der erst am Freitag in Deutschland gelandet war.
Nochmal?
Wie angekündigt noch nicht zum Einsatz kam Neuzugang Cory Cross, der erst am Freitag in Deutschland gelandet war.
Jeder andere halbwegs der deutschen Sprache mächtige hätte vielleicht geschrieben:
Neuzugang Cory Cross, der erst am Freitag in Deutschland gelandet war, kam wie angekündigt nicht zum Einsatz.
Ein wenig mehr Sorgfalt, und aus einem langen wären zwei kurze Sätze geworden.
Neuzugang Cory Cross kam wie angekündigt nicht zum Einsatz. Er war erst am Freitag in Deutschland gelandet.
Wäre es vorrangig um den kausalen Zusammenhang der späten Ankunft und des Nichteinsatzes von Cory Coross gegangen – auch da wäre sicher was zu machen gewesen:
Da Neuzugang Cory Cross erst am Freitag in Deutschland gelandet war, kam er wie erwartet nicht zun Einsatz.
Und so weiter. Einzig skr kommt auf das hier:
Wie angekündigt noch nicht zum Einsatz kam Neuzugang Cory Cross, der erst am Freitag in Deutschland gelandet war.
Und wer jetzt wissen will, wer skr ist, muss sich nur daran erinnern, dass es im gesamte Universum nur einen gibt, der umstellt so unerwartet den Satzbau, dass klar ist niemals am Anfang, worauf hinaus könnte laufen das Ende.
So knieet also nieder: Yoda lebt. Und er ist Sportredakteur bei der Hamburger Morgenpost.

Wunderbarer Dialog

(Gastkommentator Monsieur Porneaux überhörte folgenden schönen Dialog:)

Vorgefahrene vierjährige Tochter auf ganzganz kleinem Fahrrad an Waldwegkreuzung, zur Mutter, die 30 Meter hinter ihr geht:
"Wohin jetzt?"
Mutter:
"Nach rechts!"
Töchterchen:
"Wo IST rechts?"

Neue Wörter (Teil 6)

Willkommen zu einer neuen Folge. Erleben Sie heute, wie eine dem Autor durchaus näher bekannte Frau etwas so sehr wegmachen will, bis es so klein wie möglich ist. Und lesen Sie, wie sie entschlossen sagt:
Ich muss das eliminimieren.
Und das war's auch schon wieder. Bis zur nächsten netten Kleinlichkeit, sagt Ihr
Terminitor.