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Mars, Bringer of Star Wars

Als ich 1977 im Kino Star Wars sah, war ich besonders begeistert von der tollen, wahnsinnig mitreißenden Musik. Bis dahin kannte ich an Orchestermusik nur die Kleine Nachtmusik, mein musikalischer Erfahrungsschatz bestand ansonsten aus den Lieferungen von NDR 2*, regelmäßig mit Carlovontiedemann oder der unsäglichen Monica Jetteter, Jetteter, Jetteter und einmal die Woche mit Wolf-Dieter Stubel, der die Internationale Hitparade präsentierte.
Und nun, plötzlich, Star Wars, komponiert von John Williams.

WOW.

Die bedrohliche Schurken-Musik! Das zärtliche Prinzessin Leia-Motiv! der Heldenmarsch am Schluss!!! Ich kaufte mir sofort das **Doppelalbum und spielte es bis zum Abkratzen – es war ein ganz wunderbar pathetischer Dreck und ich fand, der Komponist hätte den bald folgenden Oscar mehr als verdient. Und den Grammy sowieso.

Inzwischen höre ich seltener bis gar nicht die aktuellen Hitparadenfüller und häufiger Jazz, meist altes Zeug wie Monk und Ellington, Davis und Gillespie, ja, und hin und wieder mal etwas mehr Klassik. Und weil mir irgendwer mal sagte, "die Planeten", komponiert um 1916 von Gustav Holst,wäre sehr gut, habe ich mir die Suite "The Planets" gekauft und angehört.



Und jetzt bin ich der Meinung, man sollte Herrn Williams den Oscar wieder aberkennen. Er hat hörbar abgeschrieben. Ein Kunde von Amazon hat schon vor fünf Jahren darauf hingewiesen. Insofern ist es mir ein bißchen peinlich, hier eigentlich nur abzuschreiben. Aber Herr Williams kennt da nix.

Gell, Johnny, alter Hallodri, gell? Des merken der Schpuiberg-Steven und der Lukas-Schorsch doch eh net, was?

*Zur Erläuterung für meine lieben jüngeren Leser: damals gab es noch keine Funkwerbung und auch kein Privat-Radio.
**Zur Erläuterung für meine lieben jüngeren Leser: damals gab es noch riiiiesengroße, so genannte LPs, die wurden mechanisch abgetastet und waren beidseitig bespielt, aber auf jede Seite passten nur etwa 20 Minuten.

Neue Wörter (Teil 18.1): Verhört II


Wieder Star Wars, wieder Lego, wieder mein Sohn und wieder ein mehrfaches Missverstehen: Weil er mit sieben Jahren nun mal noch kein Englisch kann (– was allerdings von anderen Eltern gleichalter Kinder z.T. schon mit Kopfschütteln kommentiert wird – ), kann es schon mal vorkommen, dass er uns fragt, was denn bestimmte Begriffe der Star-Wars-Lego-Realität bedeuten. Und das ist immer noch besser, als wenn er in der Kaufhof Spielwarenabteilung eben diese Begriffe laut ruft:
Guck mal, ein Üpsilonnwing-Fickter.
Und nach einer kleinen sprachlosen Pause:
Ist da auch ein Imperial Officker dabei?
Darf, soll, vermeidet man da gackern? Oder doch?

Neue Wörter (Teil 18): Verhört

Der (bzw. ein ganz wichtiger) Weihnachtswunsch
meines Sohnes Paul war mir rätselhaft,
hörte ich doch immer
Platschdampfer
und darunter konnte ich mir nichts vorstellen,
umso weniger,
als mein Sohn darauf beharrte, den
Platschdampfer
bei Star Wars gesehen zu haben.
Dort liefe er – also nicht mein Sohn,
sondern eben der
Platschdampfer
– im Schnee herum
und beschieße die Guten mit Laser.

Inzwischen hab ich es verstanden:
Paul meinte den hier.

Und sprach dabei vom Plattstampfer.

Möge die Macht der Worte mit Dir sein.

Kleine Freuden für höhere Einkommen

1. Gute Musik
Obwohl wir es uns eigentlich nicht leisten können, schicken wir unseren Sohn zum Blockflötenunterricht.
(Zugegeben, es gibt Furchtbarstes auf der Blöckflöte. Aber es gibt eben auch das 4. Brandenburgische Konzert, bei dessen erstem Satz ich regelmäßig eine wohlig-wonnige Gänsehaut kriege.)

Gestern warteten wir gemeinsam im Vorraum der Musikschule und durch die geschlossenen Türen der einzelnen Unterrichtsräume ertönten verschiedene Instrumente und eine schöne Vielzahl von Melodien. Unter anderem identifizierte ich ein Akkordeon, das beschwingt von schönstem Savoir-Vivre eine kleine Musette spielte – die sich bei näherem Hinhören als das Star Wars Thema entpuppte. Nie zuvor habe ich diese ansonsten meist donnernd daherdröhnende Melodie als so leicht und unpathetisch empfunden. Das machte mir Freude.

2. Gutes Essen

Während unser Sohn flötete, gingen meine Frau und ich - obwohl wir es uns eigentlich nicht leisten können - zu Emilia, ein Geschäft für südeuropäische, vorwiegend italienische und immer hochpreisige Spezialitäten, um dort eine Auswahl von Antipasti für den Abend zu erstehen. Ein teuer gekleideter Herr in den späten 30ern stand neben uns und fragte die Verkäuferin: Haben Sie auch Labskaus?
Sie stutzte und antwortete wahrheitsgemäß: Nein.

Labskaus kann sehr lecker sein. Doch noch das beste Labskaus ist meist so unansehnlich, dass es sich lieber unterm Spiegelei versteckt.

Der Herr ging, der etwas irritierte Ausdruck auf dem Gesicht der Verkäuferin blieb noch ein wenig. Das machte mir ebenfalls Freude.