Aufruf zur Eigenverantwortung.

In Brunsbüttel steht ein Kernkraftwerk. Still.
In einer Art befestigtem Betonschuppen neben dem Meiler liegt noch eine gewisse Menge strahlender Substanzen herum, verpackt in große, gut wäremisolierte Dosen, die schick "Castor" heißen und eines Tages irgendwoanders hin kommen. Diese Substanzen nennt man auch Sondermüll, wohl weil sie eben, nun ja, etwas ganz ganz Besonders sind: Strahlend wie, meinetwegen, Peter Alexander in seinen besten Zeiten, heiß wie Pamela Anderson in ihren besten Zeiten, gefährlicher als Bond seit je her und immer. 


Vattenfall und ähnlich produzierenden Unternehmen hätten nun gern, dass die Kosten für den Transport und die Entsorgung bzw. Endlagerung diese Sondermülls von den Stromkunden getragen werden, was ja auch logisch ist, die haben ja schließlich um 1975 gedacht, dass 2000 die Lichter ausgehen, wenn keine Kernkaftwerke gebaut werden. Und? Was war? Nix war. Kernkraftwerke sind gebaut worden und die Lichter sind nicht ausgegangen. Da soll sich also jetzt keiner beklagen.
Da die Suche nach einer geeigneten Endlagerstätte sich offenbar noch etwas hinzieht – wahrscheinlich wird vorher sogar die Elbphilharmonie fertig, wenn auch teurer als Gorleben, hoppla! – zurück zum Thema: Da die Suche nach einer geeigneten Endlagerstätte sich offenbar noch etwas hinzieht, ist nun jeder mitverantwortliche Verbraucher – und sind wir das nicht alle? – gefordert, sich mit zu engagieren und seinen Teil der Last zu tragen, die im Übrigen bei ca. 17.000 Tonnen hochradioktiven Mülls liegt. Das entspricht ca. 42.500.000, also eben über 40 Millionen 400g-Dosen.

Serviervorschlag (rechts)

Das klingt nach viel, ist aber halb so wild, nämlich nur etwa eine kleine Konservendose auf je zwei Bundesbürger. Der Kram kommt dann in den Keller, neben die Marmelade oder unter die Treppe oder gleich zu den anderen Konserven – was übrigens auch Schädlinge zuverlässig abhält. Und wer das signalfarbene Design nicht mag, klebt halt ein anderes Etikett drauf. Z. B. "Tomaten".


Noch ist die Diskussion nicht abgeschlossen und wird deshalb in der kommenden Woche in allen Polittalkshows der ARD fortgesetzt, außer, es kommt was anderes (Finanzkrise, Autozündler, freilaufende Kühe) dazwischen.

Lecker, aber nicht zum Lecken.

Ich habe ein bißchen Halsaua, und da hat meine Frau mir Pastillen aus der Abseite gekramt, die dagegen helfen sollen. Wobei, genau genommen, handelt es sich um Lutschtabletten zum Lutschen. Nicht etwa um Lutschtabletten zum Kauen oder Kaubonbons zur intervenösen Applikation. Oder Zäpfchen zum Zapfen bzw. hinten unten zergehen lassen.

Originalpackungstext

Nur, dass das mal klar ist, die Dinger helfen:  Ich kann schon wieder laut und dreckig lachen.

Wahlversprechen, kaum zu glauben

Am 11. September sind in Niedersachsen Kommunalwahlen. Und die CDU Seevetal fordert alle mündigen Bürger dazu auf, ihre Stimme abzugeben – umso mehr, als im Moment mit einer Wahlbeteiligung von um die 50 Prozent gerechnet wird. Dafür will sie sogar auf Werbesprüchlein verzichten – so jedenfalls will das Plakatmotiv suggerieren.

© für das Foto: Babo Nordeck, der ich herzlich danke.

Nun ja. Wenn the medium the message ist, dann ist das das Ganze etwas widersprüchlich.

(Apropos Widerspruch: Ist eigentlich eine Wahl noch gültig, bei der der (durchaus sympathische, dochdoch) Wahlsieger mal gerade 18%  der Wähler hinter sich weiß, während die Nichtwähler locker die absolute Mehrheit stemmen? Gibt es eine Stelle in MeckPomm, wo ich widersprechen kann?)

Ist das Recycling, wenn ich meine alten Zeichnungen im Blog entsorge?

© Thies Thiessen 2011

Her mit den kleinen geilen Jalousetten!

Oder wie darf ich das verstehen? Etwa als witzig? Neeee.
Ach so, als einfach so blöd. Dann is ja gut.

Sehl leckel!

© Thies Thiessen 2011

Wenn die Gremien fade werden,...

Elternratssitzung (© Thies Thiessen 2011)
...dann werf' ich meinen Ballpen an und lass ihn übers Papier knattern.

Anekdote aus alter Zeit

(Vorweg eine Information und Verständnishilfe für all die, denen der Begriff "68er" nichts mehr sagt:) Wer 1968 studiert hat,  25 Jahre alt war und politisch engagiert und nicht in einer schlagenden Verbindung – der darf sich unter Umständen in doppelter Hinsicht zu den nun Alt-Achtundsechzigern zählen. Und der (bzw. die) hat sich dann mit Recht aufgeregt über das Immernochverdrängen von Nazizeit und Taten der Generation, die – meist mindestens zuschauend – dabei war.
In diesem Jahr wurde die Studentenbewegung in teilen radikale, bzw. es gab einige, denen sie nicht entschlossen und radikal genug war. Sie gingen in die Illegalität (bzw. je nach Lesart, in den Widerstand) und auch so weit, z.B. am 2. April 1968 in Frankfurter Kaufhäusern zu zündeln.
(Ende der Information, Beginn der Anekdote.)

Warum ich hier über die radikale Wut erzähle? Weil sie dennoch – oder eben deshalb – nicht wirklich Ernst genommen wurde: Mein Beweis ist diese Speisekarte, die ein halbes Jahr später in Berlin Steglitz bei Karstadt auf den Tischen lag.


Mal angenommen, die Frau Ensslin oder der Herr Baader waren zufällig zu dieser Zeit in der Schloßstraße – ob die wohl sauer waren?


Bei den – nun ja – merkwürdig launigen Namen der Speisen und Getränke?


Das musste ja böse enden. Und das hat's dann ja auch getan.


(Übrigens lachte mir dieses Dokument vor ein, zwei Jahren aus dem Papiermüll-Container unserer Wohnanlage entgegen. Das musste natürlich mit. Ist das noch zu toppen? Ich glaube kaum...)

So, jetzt ist es raus: Ich bin ein Dichter.

...sagt jedenfalls hier die Deutsche Grammophon.
Und falls der Link irgendwann mal tot ist, hier zum Beweis ein Bild:
Aufs Kleingedruckte achten.