Neue Wörter (Teil 21)
Als ich es heute früh las und nicht verstand, vermutete ich asiatische Herkunft:
Dabei hatte man am Ende der Zeile nur den Trennungsstrich vergessen, und tatsächlich klang es auf der nächsten Zeile irgdenwie fernöstlich weiter.
gutzumaEin Name? Ein Kampfsport? Eine Philosophie?
Dabei hatte man am Ende der Zeile nur den Trennungsstrich vergessen, und tatsächlich klang es auf der nächsten Zeile irgdenwie fernöstlich weiter.
chen...und rätselhaft lächelte mir der Morgen.
Operieren mit Musik
(Heute früh las ich einer Ausgabe der Süddeutschen Zeitung ein Interview mit dem Sänger Neilo Diamond. Der Herr war in den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts eine Art Popstar , seine Lieder klangen immer ein bißchen wie mit Weichspüler bearbeitet. Neil Diamond hatte, wie ich aus der Süddeutschen erfuhr, vor einigen Jahren ein Comeback mit einer Platte, die von Rick Rubin produziert wurde. Soviel dazu. Das Interview jedenfalls erinnerte mich an diese, meine ganz persönliche Geschichte mit Neil Diamond:)
Im Jahr 1981 lag ich im Universitätskrankenhaus Kiel und wurde insgesamt dreimal an meinem linken Knie operiert. Synovitis Villonodularis Pigmentosa oder so ähnlich – so was wird heute mit einer orthoskopischen Gelenktoilette (– Doch! Das heißt so, hab ich vor zehn Jahren probiert, war toll –) erledigt. Damals waren's eben drei z.T. mehrstündige Eingriffe. Bei dem einen musste ich über vier Stunden auf dem Rücken liegen und auf ein vor meine Brust gehängtes Laken gucken. Mein Unterleib war wegbetäubt, im Kopf hingegen war ich völlig klar. Die (meiner Erinnerung nach) sehr niedliche und auch noch französische Narkoseärztin fragte mich, ob ich ein wenig schlafen wollte oder lieber Musik hören. Ich fragte: "Was für Musik haben sie denn da?"
Sie zeigte mir eine Kassette mit Ernst Mosch und seinen Original Egerländern und eine Kassette mit Greatest Hits of Neil Diamond. Ich entschied mich für Diamond.
Nachdem ich die Kassette, also bei-de Sei-ten, will, sagen: Je. Denn. Ein. Zell. Nenn. Titel. VIER. KOMPLETTE MALE gehört hatte, reichte es mir und ich fragte, ob ich vielleicht doch schlafen dürfte. Die Anästhesistin verpasste mir einen kleinen Schuß in die Vene und ich sank in merkwürdige Träume.
Später wurde ich von dem Geruckel wach, mit dem hinterm Vorhang an mir herumgezerrt wurde: man verband gerade mein Bein.
Und deswegen mag ich Neil Diamond seit 1981 nicht so gerne.
Im Jahr 1981 lag ich im Universitätskrankenhaus Kiel und wurde insgesamt dreimal an meinem linken Knie operiert. Synovitis Villonodularis Pigmentosa oder so ähnlich – so was wird heute mit einer orthoskopischen Gelenktoilette (– Doch! Das heißt so, hab ich vor zehn Jahren probiert, war toll –) erledigt. Damals waren's eben drei z.T. mehrstündige Eingriffe. Bei dem einen musste ich über vier Stunden auf dem Rücken liegen und auf ein vor meine Brust gehängtes Laken gucken. Mein Unterleib war wegbetäubt, im Kopf hingegen war ich völlig klar. Die (meiner Erinnerung nach) sehr niedliche und auch noch französische Narkoseärztin fragte mich, ob ich ein wenig schlafen wollte oder lieber Musik hören. Ich fragte: "Was für Musik haben sie denn da?"
Sie zeigte mir eine Kassette mit Ernst Mosch und seinen Original Egerländern und eine Kassette mit Greatest Hits of Neil Diamond. Ich entschied mich für Diamond.
Nachdem ich die Kassette, also bei-de Sei-ten, will, sagen: Je. Denn. Ein. Zell. Nenn. Titel. VIER. KOMPLETTE MALE gehört hatte, reichte es mir und ich fragte, ob ich vielleicht doch schlafen dürfte. Die Anästhesistin verpasste mir einen kleinen Schuß in die Vene und ich sank in merkwürdige Träume.
Später wurde ich von dem Geruckel wach, mit dem hinterm Vorhang an mir herumgezerrt wurde: man verband gerade mein Bein.
Und deswegen mag ich Neil Diamond seit 1981 nicht so gerne.
Auf sowas muss man erstmal kommen.
Neue Wörter (Teil 20)
Mein Sohn Paul (7) brachte es aus der Schule mit und wollte auch wissen, was es heißt. Ich zitiere:
(Wir haben es inzwischen annähernd herausgefunden. Der liebe Ata guckt zu spät fern, und zwar Pro7 und da hat er wohl verschiedene in einer Sendung gefallene Begriffe durcheinander gebracht. Und? Selber raten? Dann mal los! Auflösung heute in einer Woche.)
Der Ata ist echt ein Angeber. Der läuft immer rum und sagt, er ist mänomental.
...mänomental.
(Wir haben es inzwischen annähernd herausgefunden. Der liebe Ata guckt zu spät fern, und zwar Pro7 und da hat er wohl verschiedene in einer Sendung gefallene Begriffe durcheinander gebracht. Und? Selber raten? Dann mal los! Auflösung heute in einer Woche.)
DER STEIN (Fortsetzung)
Sergio Leone:
Kluger Stein:
Zur Abrundung:
Muslimische Drohung wegen Satireplakat - Schließung von Berliner Ausstellung stößt auf Entrüstung - FDP: «Keine Selbstzensur»
01.03., 17:02 Uhr / Die Schließung der Ausstellung «ZOG» einer dänischen Künstlergruppe in Berlin nach Drohungen durch Muslime hat Entrüstung hervorgerufen. Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) sagte am Samstag, es gehöre zu einer freien Gesellschaft, dass man auch karikierende Äußerungen ertragen kann. Diese Toleranz müsse jeder aufbringen, der hier lebe. Oppositionspolitiker und Künstler forderten am Wochenende eine schnelle Widereröffnung der Ausstellung sowie deren Schutz.Die Schau der Gruppe Surrend in der Moabiter Turmstraße war Ende der Woche aus Sicherheitsgründen vorerst geschlossen worden. Anlass sind massive Proteste gegen eines der 22 ausgestellten Plakate. Darauf ist der würfelförmige Kaaba in Mekka zu sehen, das zentrale Heiligtum des Islam. Darüber steht «Dummer Stein».
Kluger Stein:
Zur Abrundung:
Muslimische Drohung wegen Satireplakat - Schließung von Berliner Ausstellung stößt auf Entrüstung - FDP: «Keine Selbstzensur»
01.03., 17:02 Uhr / Die Schließung der Ausstellung «ZOG» einer dänischen Künstlergruppe in Berlin nach Drohungen durch Muslime hat Entrüstung hervorgerufen. Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) sagte am Samstag, es gehöre zu einer freien Gesellschaft, dass man auch karikierende Äußerungen ertragen kann. Diese Toleranz müsse jeder aufbringen, der hier lebe. Oppositionspolitiker und Künstler forderten am Wochenende eine schnelle Widereröffnung der Ausstellung sowie deren Schutz.Die Schau der Gruppe Surrend in der Moabiter Turmstraße war Ende der Woche aus Sicherheitsgründen vorerst geschlossen worden. Anlass sind massive Proteste gegen eines der 22 ausgestellten Plakate. Darauf ist der würfelförmige Kaaba in Mekka zu sehen, das zentrale Heiligtum des Islam. Darüber steht «Dummer Stein».
100 Places you better miss before you die.
Seit sieben Jahren leben wir in Poppenbüttel, und nach so langer (und noch viel länger erscheinender) Zeit darf ich mir wohl mal erlauben, das eine oder andere hier zu mögen oder eben nicht. Also herzlich willkommen zu einer kleinen Führung durch Hamburgs – wenigstens soziodemographisch – ältesten Stadtteil, der übrigens schon altersbedingt auch eine CDU-Hochburg in dieser Stadt ist.
Beginnen wir beim AEZ, dem Alstertal Einkaufs-Zentrum, dem Lieblingskind der Otto-Tochter ECE, das vor etwa einem Jahr aufwendig modernisiert und vergrößert wurde. Diesem Umbau gingen Proteste voraus, die sich aber relativ schnell im Bausand verliefen.
Bösen Gerüchten zu Folge saßen bei den damaligen öffentlichen Diskussionen allzuoft jede Menge ECE-Mitarbeiter im Publikum, was die Meinungsbildung erstaunlich beschleunigt haben soll. Honi soit...
Jedenfalls haben wir nun endlich das ersehnte Einkaufszentrum deluxe, was den Verzicht auf einen Einzelhandel um die Ecke wenn nicht erleichtert, so doch erschlagend begründet. Und so haben sich rund um den alten Dorfkern auch nur die beiden Edekas, AldiBudniSchlecker, jede Menge Apotheken und Reformhäuser und eine Handvoll Exoten halten können, die für die prädemente Luxussegment (= AEZ-Zielgruppe) der Bevölkerung uninteressant sind.
Die kleine, von mir bereits mehrfach gelobte Videothek (Bild oben), der merkwürdige Änderungsschneidereibauchtanzbedarfsladen, Schuh-Schulz mit seinem einzigartig schlecht gelaunten Scheffe (die Schuhdamen sind nett), die niedlichen Friseurinnen von Haar-Scharf, die superfreundliche Reinigung – das sind erfreuliche Lichtblicke in einem ansonsten tieftraurig stimmenden Straßenbild aus fiesen Flachbauten und spätestens in fünf Jahren ebenfalls anerkannt fürcherlichen Designersünden.
Als Beispiel hier nur dat Backhaus (– wat nu ook all dicht ist – ),
die Öffentliche Bücherhalle (auch zu)
und Poppys – wo ich mich in sieben Jahren nicht hineingetraut habe.
Was im Osten durchs AEZ definiert wird, findet seine weniger naürliche als Natur vortäuschende Nordgrenze durch den Golfplatz des Steigenberger Hotels Treudelberg. Auch hier wird gerade gebaut und vergrößert. Aller Voraussicht nach dürfen wir einfachen Anwohner den demnächst von Löchern umzingelten Wald bald nur noch über genau definierte Fußwege betreten. Die letzten Bauern hat man wohl mit Geld zum Aufgeben gezwungen, Grünflächen werden Greens und wieder verschwindet ein Grund, ausgerechnet hier leben zu wollen. Aber man kann ja noch ableben...
Weiter südlich schließlich macht sich passend das Hospital zum Heiligen Geist breit, ein Altersheim, zu dessen Tag der offenen Tür 2007 ich dann doch lieber nicht gehen wollte, als ich nämlich den Einladungsflyer gelesen hatte: Alle eineinhalb Stunden wiederholte sich das Unterhaltungsprogramm exakt: Das mag für ein beschädigtes Kurzzeitgedächtnis in Ordnung gehen. Aber ich mag derartige Gedankenlosigkeit im Umgang mit Alten weder vergessen noch vergeben.
Und dazwischen? Nun ja: schmucke neue Einfamilienhäuser, von denen aus gezwungen berufstätige Eltern ihre Kindergartenkinder zum Englischkurs fahren, einfach, weil „der Kurs für Mandarin-Chinesisch völlig überlaufen war“. Das unvermeidliche Schweinske. Und keine Kneipe, in der ich bei ein, zwei Bieren sitzen möchte. Gäbe es die, würde ich mich vielleicht dort über Poppenbüttel ausweinen und nicht in diesem Blog.
Andererseits, gäbe es diese schlichte Pinte und nicht nur das Poppys, wäre das ja auch schon ein Grund, den Stadtteil etwas mehr zu mögen.
UPDATE (2.7.09)
Das Poppy ist noch da. Der Croqueladen daneben ist jetzt eine TonerTankStelle. Und wo früher die Bücherhalle war, ist jetzt KIK: Clever kaufen statt Bildungsauftrag, so zu sagen.
Es ist zum Weinen.
UPDATE (März 2012)
Das Poppy ist noch da. Die TonerTankstelle ebenso, auch wenn fast nie einer den Laden offenhält.
Der Bauchtanzladen ist weg, abgerissen, zusammen mit dem ganzen , ziemlich maroden Haus.
Da entsteht gerade was Großes.
Schlecker ist jetzt auch weg. Neben Kik hat gerade der (gefühlt) vierte Chinesnimbiss eröffnet.
Beginnen wir beim AEZ, dem Alstertal Einkaufs-Zentrum, dem Lieblingskind der Otto-Tochter ECE, das vor etwa einem Jahr aufwendig modernisiert und vergrößert wurde. Diesem Umbau gingen Proteste voraus, die sich aber relativ schnell im Bausand verliefen.
Bösen Gerüchten zu Folge saßen bei den damaligen öffentlichen Diskussionen allzuoft jede Menge ECE-Mitarbeiter im Publikum, was die Meinungsbildung erstaunlich beschleunigt haben soll. Honi soit...
Jedenfalls haben wir nun endlich das ersehnte Einkaufszentrum deluxe, was den Verzicht auf einen Einzelhandel um die Ecke wenn nicht erleichtert, so doch erschlagend begründet. Und so haben sich rund um den alten Dorfkern auch nur die beiden Edekas, AldiBudniSchlecker, jede Menge Apotheken und Reformhäuser und eine Handvoll Exoten halten können, die für die prädemente Luxussegment (= AEZ-Zielgruppe) der Bevölkerung uninteressant sind.
Die kleine, von mir bereits mehrfach gelobte Videothek (Bild oben), der merkwürdige Änderungsschneidereibauchtanzbedarfsladen, Schuh-Schulz mit seinem einzigartig schlecht gelaunten Scheffe (die Schuhdamen sind nett), die niedlichen Friseurinnen von Haar-Scharf, die superfreundliche Reinigung – das sind erfreuliche Lichtblicke in einem ansonsten tieftraurig stimmenden Straßenbild aus fiesen Flachbauten und spätestens in fünf Jahren ebenfalls anerkannt fürcherlichen Designersünden.
Als Beispiel hier nur dat Backhaus (– wat nu ook all dicht ist – ),
die Öffentliche Bücherhalle (auch zu)
und Poppys – wo ich mich in sieben Jahren nicht hineingetraut habe.
Was im Osten durchs AEZ definiert wird, findet seine weniger naürliche als Natur vortäuschende Nordgrenze durch den Golfplatz des Steigenberger Hotels Treudelberg. Auch hier wird gerade gebaut und vergrößert. Aller Voraussicht nach dürfen wir einfachen Anwohner den demnächst von Löchern umzingelten Wald bald nur noch über genau definierte Fußwege betreten. Die letzten Bauern hat man wohl mit Geld zum Aufgeben gezwungen, Grünflächen werden Greens und wieder verschwindet ein Grund, ausgerechnet hier leben zu wollen. Aber man kann ja noch ableben...
Weiter südlich schließlich macht sich passend das Hospital zum Heiligen Geist breit, ein Altersheim, zu dessen Tag der offenen Tür 2007 ich dann doch lieber nicht gehen wollte, als ich nämlich den Einladungsflyer gelesen hatte: Alle eineinhalb Stunden wiederholte sich das Unterhaltungsprogramm exakt: Das mag für ein beschädigtes Kurzzeitgedächtnis in Ordnung gehen. Aber ich mag derartige Gedankenlosigkeit im Umgang mit Alten weder vergessen noch vergeben.
Und dazwischen? Nun ja: schmucke neue Einfamilienhäuser, von denen aus gezwungen berufstätige Eltern ihre Kindergartenkinder zum Englischkurs fahren, einfach, weil „der Kurs für Mandarin-Chinesisch völlig überlaufen war“. Das unvermeidliche Schweinske. Und keine Kneipe, in der ich bei ein, zwei Bieren sitzen möchte. Gäbe es die, würde ich mich vielleicht dort über Poppenbüttel ausweinen und nicht in diesem Blog.
Andererseits, gäbe es diese schlichte Pinte und nicht nur das Poppys, wäre das ja auch schon ein Grund, den Stadtteil etwas mehr zu mögen.
UPDATE (2.7.09)
Das Poppy ist noch da. Der Croqueladen daneben ist jetzt eine TonerTankStelle. Und wo früher die Bücherhalle war, ist jetzt KIK: Clever kaufen statt Bildungsauftrag, so zu sagen.
Es ist zum Weinen.
UPDATE (März 2012)
Das Poppy ist noch da. Die TonerTankstelle ebenso, auch wenn fast nie einer den Laden offenhält.
Der Bauchtanzladen ist weg, abgerissen, zusammen mit dem ganzen , ziemlich maroden Haus.
Da entsteht gerade was Großes.
Schlecker ist jetzt auch weg. Neben Kik hat gerade der (gefühlt) vierte Chinesnimbiss eröffnet.
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