Auf der sehr orangefarbenen Internetseite der privaten Hamburger Kunstschule Alsterdamm, die seit bald 60 Jahren Graphic Designer ausbildet, gibt es natürlich auch ein Kontaktformular, mit dessen Hilfe Interessenten weitere (oder nähere, was weiß ich) Informationen anfordern können. Man muss das Formular aber sehr sorgfältig ausfüllen, sonst steht da:
Bitte gebe noch deine email-adresse an
(Es müsste "gib" heißen, und "Deine" und "E-Mail-Adresse" und am Ende müsste ein Punkt stehen.)
Aber wenn ich nur das angib, heißt es knapp:
Wenn Du von uns Infomaterial haben möchtest,
bitte Vor und Nachnamen angeben
(Super, das "D" isrt groß, aber dafür fehlen ein Bindestrich und natürlich wieder der Punkt.)
Und dann gibt man Vor an und natürlich den Nachnamen, aber wehe, man vergisst die Adresse:
Wenn du von uns Infomaterial haben möchtest,
bitte oben deine Anschrift vollständig angeben
(Und jetzt ist eh alles wurscht. "Deine" und "Du" wieder klein gemacht, ach ja: und der Punkt fehlt.)
Ich habe das Formular ausgefüllt und auf die wechselhafte, weitgehend unorthodoxe Rechtschreibung und Zeichensetzung hingewiesen. Bisher habe ich keine Antwort erhalten.
Und schon habe ich mehr Fragen:
Sollte nicht ausgerechnet eine Bildungseinrichtung hier vorbildlich sein? Will sie nicht von den Interessenten ernst genommen werden. Oder nimmt man umgekehrt die Besucher der Website nicht ernst, hält man die künftigen Studierenden (und damit die zahlenden Kunden) für blöde Jungspunde, die's eh nicht besser wissen?
Eins jedenfalls wird klar: Eine solide Grafik-Ausbildung kommt scheint's ohne Sprache aus. Hauptsache, man macht in jedem Fall einem goldenem Schnitt. Gern auch im Dativ.