Top secret: der Erlkönig von Audi

Zum ersten Mal im Bild: Der neue Audi Undefined
Ausgerechnet bei facebook fand mein Gewährsmann und Informant H. Südkurv (Name geändert) diese Bestätigung des neuesten Streichs der Ingolstädter Edelschmiede: Das neue Modell wird exklusiv bei Auto Wichers in Hamburg erhältlich sein. Es heißt Audi Undefined und ist damit offen für alle Zielgruppen. Über unwesentliche Details wie Preis und Leasingraten ist noch nicht bekannt.
(Danke, H. Südkurv.)

Neuer Lieblingswitz (– und selbst erdacht)

Konfirmationsfeier. Die Oma fragt den Konfirmanden, während sie ihm großmütterlich-warm die Hand drückt: "Und, mein Junge? Du bist ja nun schon fast 15. Weisst du denn schon, was Du später mal machen willst?"
Der Junge antwortet: "Irgendwas mit Medien."
Die Oma stutzt kurz und sagt schließlich beruhigt: "Naja, wenigstens bist du nicht homosexuell."
 

Der sommerliche Kochtipp

Dann haut mal rein!
Entnommen aus: "Handbuch der Gemeinschaftsverpflegung", Herausgegeben 1959 vom Bundesfachverband Werksküchen, Kasinos und sonstige soziale Versorgungsbetriebe

Ruhiger Abend, unruhiges Blatt

© Thies Thiessen 2012

Bitte nicht lächeln:

Weil mein Personalausweis demnächst abläuft, musste ich neue Bilder machen. Und weil die biometrisch sein sollen, wollte ich kein Geld für den vergeblichen Versuch mache, ein schönes Bild vom Profi fotografieren zu lassen.
Ich meine, wozu gibt es Fotofix?
Für alle, die noch nicht diese Erfahrung gemacht haben, hier nochmal die Regeln: :
  • Gerade sitzen und den Kopf gerade halten. 
  • Frontal in die Kamera gucken.
  • Nicht an die Wand der Kabine lehnen. 
  • Keine Kopfbedeckung aufsetzen. 
  • Mund zu! Und nicht lächeln.
  • Sechs Euro einwerfen.
Fertig? Los geht's!

Und? Welches soll ich abgeben?


Endegelende

Das folgende Gedicht gehört übrigens zu den Laut-zu-lesenden:

Selbst bei barmherzig Lügenden
Hört stets man nur die Rügenden,
Nur die entrüstet Tobenden.
Und nie, nein, nie die Lobenden!

Wer rühmt denn die Sachspendenden,
Die Freundlichkeiten Sendenden,
Gar Geld und Gut Verschwendenden?
Sie helfen den Verendenden!

...

Gibt's drum ein Jahr der Pflegenden?
Nein!
Nur den
(Tag der hin sich Legenden...)




Haben wir zu viele Dimensionen?*

Um das mal klarzustellen:
Jeder, aber auch wirklich jeder Film, bei dem ich sich Bewegendes im Kino oder auf dem Bildschirm angucke, ist mindestens dreidimensional. Zu der Fläche, auf der sich das alles abspielt, kommt nämlich die Dimension Zeit, ohne die der Film, nun ja, nicht wirklich vorankäme. Selbst eine noch so dramatische Szene aus (beispielsweise) "Die Hard" wäre eher fad.
Hier der Beweis.


So. und nun gucken wir mal, was passiert, wenn die Dimension Zeit (im Film, wohlgemerkt) weggelassen wird und lassen fünf Minuten (in der von uns vermuteten Wirklichkeit natürlich) vergehen. Und?


Nix und. Womit speziell dieser Film wohl einen neuen deutschen Titel bräuchte:
"Stirb seeeeeeeeeehr langsam bzw. ebendochnicht"

Zeit macht also durchaus Sinn. Und so verdient jedes Bewegtbild um an den Anfang zurückzugehen, jede Menge Marketinggeschwurbel: Wow! In 3D!

Seit ein paar Jahren aber gibt es im Kino jede Menge Filme, die von 3D sprechen, mit der dritten Dimension aber den Raum meinen, also die Illusion, das eigentlich auf eine flache Leinwand projizierte Geschehen gewönnen nun an räumlicher Tiefe.

Gut, stimmt. Tut es. Aber.
Am Wochenende war ich nämlich mit meinem Sohn in ICE AGE 4. Und sieh da: So was von räumlich. Da reckte sich mir der riesige Rüssel eines Piratenschweins entgegen. Da fiel ein Faultier so was von tief in einen dermaßen gähnenden Abgrund. Da stand ganz vorn ein Mammut und plauderte, während ganz weit hintenweg Felswände einstürzten, und Schwerter, Eisblöcke, Haselnüsse wurden uns stets und ständig in Zeitlupe um die Ohren gehauen, dass mich schwindelte.

Ganz vorn beim Blödsein: Scrat
Das Sonstige, also die Handlung, nun ja, die war eigentlich wurscht. In jeder Szene war spürbar, wie sich die Drehbuchautoren irgendwelchen Kram aus dem Dschungelbuch, 2012, Piraten der Karibik und Otto Waalkes’ Bühnenrepertoire zusammengeklaut hatten, um sie halbwegs irgendwie um die drei- (also eigentlich vier-)dimensionalen Sensationen herumzumontieren. Kurz: Konstruierte Bilder führen zu einer konstruierten Handlung. Da bewegt sich etwas ganz entschieden, nur mich bewegt es nicht. Womit ich die raumgreifende Kurve zum Titel dieses Beitrag genommen habe.

Wird alles immer flacher, je mehr Dimensionen wir kriegen?
Ich empfinde das so. Und so geht es mir in letzter Zeit oft – leider, leider nicht nur im Kino.


*Die Überschrift zitiert übrigens F.W. Bernstein, einen der größten deutschen Lyriker und Zeichner. 

Die drei im Bus: All the world's a stage.

Es ist ja nun nicht so, dass die drei jungen Menschen, die mir im 179er Bus Richtung City Nord schräg gegenüber saßen (protokolliert hier), geschwiegen hätten. Beileibe nicht. Bis zu ihrem Ausstieg an der Haltestelle Alsterdorf unterhielten sie sich. Laut.
Ich hab die wichtigsten Teile dieses Gespräch in diesen Gedächtnisprotokoll (im Wortsinn) aufgezeichnet.
© 2012 (für die Zeichnung) Thies Thiessen

Falls jemand von Euch dieses Gespräch laut vorlesen oder auf auch auf einer Bühne mit Schauspielern  inszenierhn möchte: der möge die ersten acht Bilder mehrmals hintereinander lesen und dabei die Reihenfolge der Bilder variieren. Auf diese Wiese entsteht vielleicht eben der (von mir wahrgenommene) Eindruck eines nicht enden wollenden Rundgesangs, in dem sich die quengelnde hohe gelbe Stimme, die entschlossen genervt blaue und das kurz angebundene, dennoch quäkende Rot zu einer schönen Gesamtkomposition dramatisch verdichten.

Also, ans Werk, Regisseure! Ganz, wie es Euch gefällt.

Einkaufszentren und Demografie

Jeder weiß, Deutschland wird älter. Was wenige wissen: der Hamburger Stadtteil Poppenbüttel ist jetzt schon alt, will sagen, hier ist der Prozentsatz alter Menschen am höchsten in Hamburg.
Eigentlich fast verwunderlich, dass ein großes Hamburger Einkaufszentrum erst jetzt auf den Gedanken gekommen sit, sich dieser interssanten Zielgruppe – nämlich den letzten Rentnern, die noch nennenswerte Rente kriegen – noch ein bisschen entschiedener anzunähern.


Im Herbst dieses Jahres wird, so Gerüchte, das Einkaufzentrum komplett mit Rollstegen und Treppenliften ausgestattet, schon heute kann der aufmerksame Betrachter erste, unauffällige Veränderungen in der Eingangszone erkennen.

Erfreulich, dass auch mal jemand an die Älterne denkt.