Genre-Mix und Reiz-Überflutung

Ich habe viel gesehen.
Ich sah Katatrophen-Liebesfilme und Science-Fiction-Horror-Action. Ich sah schon Marionetten-Kriegsfilme und Fakumentaries, ich sah erotische Suspense-Slasher und japanische Alienzeichentrickpornogafie. (Ich sah auch schmutzige Filme zur Erwachsenenen Bildung, doch nie Teresa Orlowskis Hardcore-Remake von Spielbergs Dinosaurier-Familienfilm, da weiß ich nur den Titel*.)
Ich sah im Übrigen viel zu viele romantische Komödien – und dem zu Folge immer wieder Meg Ryan.
Genau: Meg Ryan, das ist die mit dem niedlichen Lächeln, das sogar noch ein Alkoholikerinnen-Drama in eine, nun ja, romantisch-beschwipste Angelegenheit verdarb. Was denn letzten Endes ebenso unglaubwürdig war wie ihre Darstellung einer knallharten (?) sexy (?) Boxpromoterin.

Ja, eben diese Meg Ryan sah ich etwa zur gleichen Zeit meines Lebens so viel zu oft wie ich Phil (zu phil) Collins hören musste.

Aber in letzter Zeit vermisse ich sie ein wenig. Die Meg. Ich wünsche mir gar, sie wieder zu sehen, und eigens für sie möchte ich ein neues (oder wo nicht neu, dann kaum beachtetes Filmgenre) propagieren:
Die romantische Splatter-Komödie.
Ich denke da an Filme wie „Blutige E-Mail für Dich“ (Alernativ-Titel: „Sie haben Pest“), an „Während Du schlitzt“, und vor allem freue ich mich auf
„Zombie und Sally“.
Ich meine jene zauberhaft den Brechreiz kitzelnde Geschichte eines Untoten und einer netten junge Collegegans, die über Jahre immer wieder im gleiche Auto sitzen und nichts passiert, weil er sie nun mal einfach unappetitlich findet. Unvergessen besonders die Szene im Diner, als Sally ( Mag Reihern) pantomimisch-gestisch und geräuschvoll das Herausreißen und genüssliche Verspachteln eines Humandünndarms vortäuscht, worauf die Frau am Nachbartisch zur Kellnerin sagt: „Ich hätte gern genau dasselbe wie die auch nicht mehr ganz junge Dame am Nachbartisch.“
Ach ja: Ich würde meine Frau zwingen, den Film von Anfang bis Ende mit mir gemeinsam zu gucken.

Was ich allmählich auch nicht mehr abkann: De Niros Synchronstimme, und das breite und fast immenr unpassend eingesetzte Lachen von Cameron Diaz.

*Jurassic Fuck

Nur mal an genommen:

Vor ein paar Tagen erzählte mir eine Freundin, der ich ein Buch empfohlen hatte, sie hätte es angelesen, aber dann doch nicht gekauft.

Ich bin dann gleich zum Autohändler und habe mir einen schicken Wagen empfehlen lassen. Den hab ich dann kurz angefahren, aber dann doch nicht gekauft.

Kann natürlich auch daran liegen, dass ich vorher eine Flasche Tequila angetrunken hatte.

Anundfürsich.

Wie Chandler.

Gern zitiert, gern auch parodiert, war Raymond Chandler ein ganz Großer im Erfinden ungewöhnlicher sprachlicher Bilder, ähnlich diesem:
Nach einer halben Stunden Schwimmen wie eine Maschine fühlten sich meine Beine wie Wackelpuddung aus Blei.
Schön, oder?

Nur: das war ein Satz von Paul (acht Jahre).
Und auf so was bin ich stolz. Als Vater und als Texter

Zeichner gesucht. Und dann Verleger.

Das Buch dürfte etwa 48 Seiten haben und mit festen Einband und im Format von etwa 7 cm x 10 cm erscheinen. So könnte es aussehen:



(Es gefällt mir so gut, dass ich jetzt Zeichnungen dafür sammeln möchte, die den Titelsatz erhellend illustrieren. Will wer mitmachen? Dann los.)

Mühelos abnehmen.

Die Mutter meines Gewährsmanns Michael P. hat Post bekommen. Weil sie nämlich so toll abgenommen hat.

Kunststück.


Michaels Mutter ist seit 15 Jahren tot.

Caution!

Bahn und Birklichkeit

In einer Jubelbroschüre der Deutschen Bahn, die (fünffarbig mit mattsilber und auf dickem Papier gedruckt) in den Ersteklassewagen als "Ihr persönliches Exemplar" ausliegt, stellt das sympathische Unternehmen seine weltweiten Leistungen vor.
Auf Seite 6/7 heißt es da:
...lieben gerade die Kleinen den Blick auf Stadt und Land in voller Fahrt.
Schnelligkeit allein ist allerdings nicht alles.
Wie wahr. Denn ich hatte fast zwei Stunden länger Zeit als vom Fahrplan angekündigt, um diesen Quatsch zu lesen, der mit folgenderer schulterzuckenden Entschuldigung schließt:
...Die Deutsche Bahn bemüht sich bei all ihren Verkehrsträgern um Kindenzufriedenheit.
"Mühe allein genügt eben nicht," wie schon Frau Sommer selig bei Jacobs Kaffee Krönung sagte. Gleichwohl heißt sie, die Deutsche Bahn, uns hoffen, und zwar schon auf der folgenden Doppelseite, wo sie Alternativen zum Zug anbietet:
Auf Mobilität aus eigener Muskelkraft baut DB Call a Bike mit Angeboten nicht nur in Berlin, sondern auch in Frankfurt am Main, Köln, Stuttgart, in München und Karlsruhe.
(Was ist Kallabikeh? Ach, Englisch.)
Lohnschreiber bei der Bahn. Was für ein Traumjob!

Die Welt ist nicht genug

Soeben bei „Wer wird Millionär?“ gehört:

Jauch: Sechzehntausend Euro - was würden Sie damit machen?
Kandidatin: ...ne Weltreise!
Jauch: Und wohin?

Musste ich doch etwas schmunzeln.

Das ist so, Sick!

Ich habe ja schon an anderer Stelle darüber gelästert, wie Bastian Sick allmählich zum Superprodukt samt Line Extensions hochgejubelt wird und allmählich würde mich auch ein Musical "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" nicht mehr verblüffen. (Libretto natürlich Sick. Musik Andrew Lloyd Webber. Eigentlich ganz hübsch: Der Dativ verkörpert durch einen bösen Bariton, Heldentenor Genitiv singt mit dem Nominativ Sopran viele kleine Apostrophen... geschenkt!)

Kann man auch kaufen. Muss man aber nicht.
Die übelsten Folgen dieser Kolumnitis allerdings finde ich bei der Mutter aller Sicks, im SPIEGEL himself. In Ausgabe 17/2008 schreibt ein ungenanter Redakteur auf Seite 97:
Gemäß des zentralen Berichts
der Nürnberger Ermittlungskommission...
Das geht so natürlich gar nicht. Bzw. das ist nun wieder ein wenig zuviel des Genitivs.
Aber ich bin ja da. Genau, ganz im Sinne der Süddeutschen Zeitung, genauer, des Streiflichts vom 13. April, dient dieser Blog auch dazu,...
...um zumindest den schlimmsten
Auswüchsen Herr zu werden.
Gern geschehen.